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Privatschule in Washington Deutsche Diplomaten-Tochter soll Mitschüler niedergestochen haben

Die deutsche Botschaft in Washington D. C.
Die deutsche Botschaft in Washington D. C.
© Michael Reynolds/ / Picture Alliance
In einer Privatschule in Washington soll ein Mädchen einen 13-jährigen Jungen niedergestochen haben. Tatverdächtig ist die Tochter eines Angestellten der deutschen Botschaft. Weil sie diplomatische Immunität genießt, wurde sie nicht festgenommen.

An der privaten British International School in Washington D.C. wurde am Dienstagmittag ein 13-jähriger Junge niedergestochen. Wie die Polizei mitteilte, wurde er mit schweren, aber nicht lebensbedrohlichen Verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert. US-Amerikanische Medien berichten, die Tochter eines Angestellten der deutschen Botschaft solle die Tat begangenen haben. 

Weil sie jedoch diplomatische Immunität genieße, sei sie nur vorübergehend in Gewahrsam genommen, aber nicht festgenommen oder angeklagt worden, gab die Polizei bekannt. "Die Verdächtige ist identifiziert, doch aufgrund ihres diplomatischen Status wird es zumindest zu diesem Zeitpunkt keine Verhaftung geben", sagte Inspektor Mike Coligan laut dem lokalen Sender NBC Washington.

Unterschiedlichen Medienberichten zufolge soll das Mädchen zwölf oder 14 Jahre alt sein. Über die Motive der Tat ist bislang nichts bekannt. Als Tatwaffe soll eine Schere benutzt worden sein. Der Junge sei zwei mal an der Schulter verletzt worden, berichtet NBC Washington.

Wird die Immunität des Mädchens aufgehoben?

Über die Möglichkeiten einer Strafanzeige werde derzeit beraten, teilte die Polizei mit. Gegebenenfalls werde das Heimatland der Tatverdächtigen ihre Immunität aufheben müssen. Wie die "Washington Post" berichtet, hat der Secret Service die Ermittlungen aufgenommen.

Der Sprecher der deutschen Botschaft, Matthias Wehler, hat inzwischen bestätigt, dass das tatverdächtige Mädchen die Tochter eines Botschaftsangestellten ist. Der Vorfall werde untersucht, versicherte er. Sollten die Eltern an dem Vorfall irgendwie beteiligt gewesen sein, werde man gegebenenfalls Disziplinarmaßnahmen ergreifen. "Das wird nicht ignoriert werden", sagte Wehler. 

Laut der "Washington Post" lehnt die Schule es bislang ab, den Vorfall zu kommentieren. Die British International School zählt bis zu 745 Schüler aus 65 Ländern. Die Schule liegt im Nordwesten der Stadt, in der Nähe des Glover Parks und des Naval Observatory, einem Forschungsinstitut der US-Marine, wo sich der offizielle Wohnsitz des US-Vizepräsidenten befindet.

ivi

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