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Zu Haft verurteilt: 21-Jährige erstickt ihr Baby auf der Supermarkt-Toilette

Urteil in einem grausigen Fall: Eine 21-Jährige hatte ihr Neugeborenes direkt nach der Geburt in einer Kundentoilette eines Supermarktes getötet und muss dafür nun in Haft. Die Frau bestreitet, das Baby absichtlich umgebracht zu haben.

Die 21-Jährige vor Gericht hatte ihr Baby direkt nach der Geburt getötet

Die 21-Jährige vor Gericht: Sie hatte ihr Baby direkt nach der Geburt getötet

Weil sie ihr Neugeborenes direkt nach der Geburt auf der Kundentoilette eines Supermarktes getötet hat, ist eine 21-Jährige in Bayern vom Landgericht Weiden zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Weiden sprach die Frau am Montag des Totschlags in einem minder schweren Fall für schuldig, wie ein Gerichtssprecher sagte. Das Gericht blieb damit etwas unter der von der Staatsanwaltschaft geforderten Haftstrafe von sechseinhalb Jahren.

Der Fall hatte sich im April ereignet. Die Frau brachte dem Urteil zufolge das Kind heimlich auf der Toilette zur Welt, während ihr Vater und ihre Großmutter im Supermarkt auf sie warteten. Nach der Geburt stopfte die Frau dem Mädchen Papiertücher von der Toilette in den Mund und erstickte es so. Danach steckte sie das Kind in eine Plastiktüte. Zwei Tage später wurde die Leiche in einem Müllcontainer gefunden.

Frau bestreitet absichtliche Tötung

Die Frau hatte die absichtliche Tötung bestritten und angegeben, das Neugeborene nur abgelegt zu haben. Sie habe geplant, das Kind später in eine Klinik zu bringen. Ihr Verteidiger plädierte deshalb auf eine Verurteilung wegen Aussetzung mit Todesfolge und forderte vier Jahre Haft.

Das Gericht folgte der Darstellung der Angeklagten aber nicht. Dass es die Tat als Totschlag in einem minder schweren Fall wertete, begründete der Richter dem Gerichtssprecher zufolge mit den Umständen der Geburt. Demnach handelte die Frau in einer Panikreaktion wegen ihrer vor der Toilette wartenden Angehörigen.

Diesen warf das Gericht zudem vor, die 21-Jährige alleine gelassen zu haben. Denn tatsächlich hätten alle von der Schwangerschaft gewusst, auch wenn die Angeklagte versucht habe, sie geheim zu halten.

fin / AFP
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