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Weltweite Studie: Jede 14. Frau wurde Opfer sexueller Gewalt

Erstmals haben Forscher Frauen weltweit zu ihren Erfahrungen mit sexuellen Übergriffen befragt. Die Studie hat aber einen Haken: Aus Indien und Nordafrika fehlen belastbare Zahlen.

Immer wieder gehen Menschen weltweit gegen sexuelle Gewalt auf die Straße.

Immer wieder gehen Menschen weltweit gegen sexuelle Gewalt auf die Straße.

Eine von 14 Frauen hat laut einer Studie schon einmal einen sexuellen Angriff oder eine Vergewaltigung erlebt. Erstmals werteten Wissenschaftler weltweite Daten und Berichte aus. Die Ergebnisse aus insgesamt 56 Ländern veröffentlichten sie im Fachmagazin "Lancet". Übergriffe durch den eigenen Partner waren nicht Teil der Untersuchung.

7,2 Prozent der Frauen gaben demnach an, schon einmal sexuell von einem Mann attackiert worden zu sein, der nicht ihr Lebensgefährte war. In Zentral- und Westeuropa lag der Anteil bei durchschnittlich 10 bis 12 Prozent. Die osteuropäischen Länder Litauen, Ukraine und Aserbaidschan hatten mit 6,9 Prozent niedrigere Raten.

Die höchsten Raten wurden südlich der Sahara in Afrika erreicht: 21 Prozent waren es in Zentralafrika und 17,4 Prozent im Süden des Kontinents. Aber auch in Australien und Neuseeland lag der Anteil mit 16,4 Prozent vergleichsweise hoch.

Fehlende Daten in Südasien und Nordafrika

Die niedrigsten Werte wurden zwar aus Indien und Bangladesch sowie Nordafrika und dem Nahen Osten gemeldet - hier lag der Anteil nur bei 3,3 und 4,5 Prozent. Forschungsleiterin Naeemah Abrahams vom südafrikanischen Medizinforschungsrat in Kapstadt räumte aber ein, dass die Datenlage hier lückenhaft oder teils ganz fehlend gewesen sei.

"Wir haben herausgefunden, dass sexuelle Gewalt eine allgemeine Erfahrung für Frauen weltweit ist und in einigen Regionen gehäuft, wobei mehr als 15 Prozent in vier Regionen erreicht werden", so Abrahams. In manchen Regionen könne die Rate deutlich höher liegen als angegeben, besonders in Südasien. Die Zahlen sollten aber dazu führen, dass Behörden in allen Ländern das Problem ernst nähmen.

car/AFP / AFP