West Virginia Gekidnappt, gefoltert, vergewaltigt


In einem kleinen Ort im US-Bundesstaat West Virginia hat sich ein grausames Verbrechen ereignet: Sechs Männer und Frauen haben die 20-jährige Megan tagelang körperlich, seelisch und sexuell missbraucht. Ein anonymer Hinweis beendete schließlich ihr Martyrium.

Die Gemeinde Big Creek in Logan County im US-Bundesstaat Virginia ist Schauplatz eines grausamen Verbrechens geworden. Mindestens eine Woche lang wurde die 20-jährige Megan Williams von sechs Männern und Frauen in einem Haus gefangen gehalten, gefoltert, geschlagen, erniedrigt und vergewaltigt.

Die Polizei hat mittlerweile die sechs Personen, die Megan misshandelt haben sollen, festgenommen: Frankie Brewster, 49, und ihren Sohn Bobby, 24, der ein Verhältnis mit Megan gehabt haben soll sowie Karen Bunton, 46, und ihre Tochter Alisha, 23, Danny J. Combs, 20, und George A. Messer, 27. Besonders brisant für die Behörden ist, dass Megan Afro-Amerikanerin, ihrer Entführer Weiße sind.

Stecken rassistische Motive hinter dem Verbrechen?

Brian Abraham, Staatsanwalt von Logan County erklärte, dass die Behörden nun untersuchten, ob die sechs Verdächtigen wegen eines sogenannten "hate crime" - einem Verbrechen, das aus Hass oder Vorurteilen begangen wird - angeklagt würden. Und auch das FBI, das in den Fall eingeschaltet wurde, ermittelt in diese Richtung. Neben den bereits Festgenommenen sucht die Polizei laut Medienangaben außerdem zwei weiteren Verdächtigen, die Megan zu Brewsters Haus gebracht haben sollen.

Carmen Williams, Megans Mutter, hatte ihre Tochter nicht als vermisst gemeldet. Laut ihrer Aussage, verschwand Megan öfter für mehrere Wochen, kam dann aber zurück. Erst ein anonymer Hinweis machte auf das Verbrechen aufmerksam. Eine Frau werde angeblich gegen ihren Willen im Haus von Frankie Brewster festgehalten. Während die Polizisten auf der Veranda von Brewsters Haus mit einer Frau sprachen, kam Megan Williams plötzlich zur Tür gehumpelt und flehte die Beamten um Hilfe an.

"Wie können Menschen so etwas tun?"

"Die Beamten haben die junge Frau mit blauen Augen, ausgerissenen Haaren und Fleischwunden am Hals vorgefunden. ", beschreibt W. E. Hunter, Sheriff von Logan County den Anblick der 20-Jährigen. Außerdem soll sie Stichwunden am Bein gehabt haben.

"Ich verstehe nicht, wie Menschen einem anderen Menschen so etwas antun können. Ich wusste nicht, dass da draußen überhaupt solche Leute herum laufen", sagte Carmen Williams der Nachrichtenagentur AP: "Megan wacht nachts weinend auf, und das Erste, was sie ruft, ist 'Mommy'." Und auch Staatsanwalt Abraham ist fassungslos. "Das ist etwas, was man von einem Horrorfilm erwartet, aber nicht in Logan County. Megan musste in diesem Haus unerträgliche Qualen erleiden."

Staatsanwalt fordert lebenslänglich

Für die vier Frauen und drei Männer wurde jeweils eine Kaution von 100.000 Dollar verhängt. Vorerst sollen sie wegen Entführung, sexuellem Missbrauch und vorsätzlicher Körperverletzung angeklagt werden. Sollten die Verdächtigen der Entführung für schuldig befunden werden, drohen ihnen lebenslängliche Strafen, im Fall des sexuellen Missbrauchs 15 bis 35 Jahre. Staatsanwalt Abrahams hat bereits erklärt, dass er auf Entführung plädieren wird.

Joe Spradling, der zwei der Verdächtigen bereits bei früheren Vergehen verteidigte, erklärte, dass er zwar auch rassistische Motive sehe. Allerdings seien Drogen seiner Ansicht nach der größte Faktor in diesem Fall.

Laut Sheriff Hunter sind alle Verdächtigen bereits vorbestraft. Frankie Brewster wurde 1994 des Mordes an einer 84-jährigen Frau beschuldigt, plädierte aber auf Totschlag. Nach Informationen von AP wurde die 49-Jährige 2000 aus dem Gefängnis entlassen.

kap/CNN CNN

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