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Westerkappeln Sie sind noch Teenager - und gruben schon mal das Grab für ihr Opfer aus

Ein altes Militärgelände bei Westerkappeln
Heute grasen auf dem alten Militärgelände bei Westerkappeln Schafe. Seit 2005 stellt der Bund frühere Militärflächen für den Naturschutz zur Verfügung. 
Am Ostermontag verüben drei Teenager einen Mordanschlag auf einen jungen Mann in Westerkappeln. Die Jugendlichen hatten das Grab für ihr Opfer schon vorsorglich auf einem Spielplatz ausgehoben. Jetzt wurde Anklage gegen sie erhoben.

Der Mann sollte sterben, unbedingt. Das hatten drei Jugendliche zwischen 16- und 18 Jahren beschlossen. Und so planten sie ihre Tat: Der 16-jährige Anführer der Gruppe klaute eine halbautomatische Waffe bei seinem Vater aus dem Safe. Danach trafen sich die Drei auf einem Spielplatz und hoben ein Grab aus. 1,20 Meter lang und 80 Zentimeter breit, das sollte genügen. Dann zogen sie los.

Kurz nach Mitternach am Ostermontag dieses Jahres kam das Trio bei der Wohnung eines 23-jährigen Mannes an. Doch in die Wohnung gelangten sie nicht. Laut Staatsanwaltschaft hatte der Mann etwas bemerkt und die Fenster zugeschlagen. Also soll der 16-jährige Anführer drei Mal durchs Fenster geschossen haben. Zwei Schüsse trafen das Opfer in den Oberkörper, so die Staatsanwaltschaft. Der dritte Schuss verfehlte den Mann.

Dennoch: Er war lebensgefährlich verletzt. Die mutmaßlichen Mörder sind zufrieden, sie glauben, dass der Mann tot ist. Sie fliehen vom Ort des Geschehens in ein Versteck, um sich zu beraten. Der 16-Jährige brachte die Waffe seines Vater zurück und deponierte sie wieder im Safe. Dann mieteten sich die Gewalttäter in einem Hotel in Osnabrück ein. 

Es ist dem schnellen Eintreffen der Rettungskräfte zu verdanken, dass das Opfer überlebte. Davon erfahren auch die Jugendlichen. Und planen einen erneuten Anschlag. Doch dazu kommt es nicht mehr. Die Polizei hatte einen Tipp bekommen und nahm fünf Personen fest. Außerdem stellten sie ein Messer und Drogen sicher. Gegen drei Personen wurde nun Anklage wegen gemeinschaftlichen Mordes, versuchten schweren Raubes sowie gefährlicher Körperverletzung erhoben. 

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Hintergründe der Tat unklar

Die Hintergründe der Tat sind bis heute unklar. Offenbar habe es Streit zwischen dem 16-Jährigen und dem Opfer gegeben, so die Staatsanwaltschaft. Mehrere Medien berichten von Streit um eine Frau und von Drogengeschäften. Bestätigt wurde dies nicht. Doch laut der Staatsanwaltschaft dauern die Ermittlungen an. Offenbar gibt es Verdachtsmomente gegen fünf weitere Personen, die von der Tat gewusst haben. 

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