HOME

Wieder deutscher Seemann betroffen: Piraten profitieren von westlichen Geiseln

Wieder halten Schiffsentführungen vor der Küste Ostafrikas Deutschland in Atem. Für die Piraten sind Gefangene aus dem westlichen Ausland besonders wertvoll - sie können auf hohe Lösegeldsummen hoffen.

Die jungen somalischen Fischer träumen vom schnellen Geld. Viele haben ihre Netze gegen Kalaschnikow und Enterhaken eingetauscht und sich einer der Piratenbanden angeschlossen. In Hobyo oder Haradhere, bekannten Piratenhäfen in der halbautonomen somalischen Region Puntland, hat die Jugend täglich vor Augen, dass eine erfolgreiche Piratenkarriere Reichtum und Ansehen bringt. Teile der bisher erpressten Lösegelder wurden in teure Geländewagen, Schmuck oder Häuser gesteckt. Von diesen Dingen kann ein einfacher Fischer sein Leben lang nur träumen.

Als Lottogewinn für Piraten gilt die Gefangennahme eines Schiffs mit europäischen oder amerikanischen Seeleuten an Bord - wie etwa den deutschen Kapitän des am Wochenende gekaperten Flüssiggastankers "York". Auch die Piraten, die am Sonntag die zur Bremer Beluga- Reederei gehörende "Beluga Fortune" in ihre Gewalt gebracht haben, rechnen sich eine gute Verhandlungsposition aus. Anders als die Seeleute von den Philippinen, aus Bangladesch oder der Ukraine erhalten westliche Gefangene in der Regel reichlich Medien- Aufmerksamkeit, und in den Heimatländern wird auf eine zügige Lösung gedrängt.

Die Regierung der Region Puntland fordert seit Jahren, den Piraten kein Lösegeld zu zahlen und damit denjenigen, die auf eine kriminelle Karriere auf See hoffen, den Wind aus den Segeln zu nehmen. Doch in der Regel werden sich Piraten und Schiffseigner immer dann relativ zügig einig über das Lösegeld, wenn entweder westliche Seeleute betroffen sind oder der Wert der gekaperten Ladung besonders hoch ist.

"Die Piraterie ist ein Millionengeschäft, und die eigentlichen Seeräuber sind da noch die kleinsten Fische", sagt Lieutenant Colonel Per Klingvall, Sprecher der EU-Antipiratenmission "Atalanta". Mittelsleute, die die Verhandlungen mit den Reedereien führen und Hintermänner, die lohnende Beute auskundschaften, werden zwar nie mit einer Waffe in der Hand gesichtet, profitieren aber ebenso von der Seeräuberei.

Auch wenn ständig etwa 30 Kriegsschiffe im Golf von Aden im internationalen Schifffahrtskorridor patrouillieren - ein Risiko bleibt. Ralf Nagel, Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Reeder, spricht von einer täglichen Lebensbedrohung. "Seit mehr als zwei Jahren sind im Durchschnitt ständig 400 Seeleute verschiedener Nationen in der Gewalt von Geiselnehmern. Das wäre so, als wenn jedes Jahr 20 Großflugzeuge von Luftpiraten entführt und zur Erpressung von Lösegeld festgehalten würden", sagte Nagel, der am Sonntag erneut mehr Einheiten von Marinesoldaten oder Bundespolizisten an Bord von Handelsschiffen forderte.

Nun, da sich die Monsunsaison dem Ende nähert, dürfte die Zahl der erfolgreichen Piratenangriffe sogar wieder zunehmen. In den vergangenen, stürmischen Monaten scheuten die Seeräuber die küstenfernen Gebiete des Indischen Ozeans, wo sie sich sicher vor internationalen Kriegsschiffen fühlen können.

Doch selbst wenn Piraten auf frischer Fahrt von "Atalanta"- Seeleuten oder anderen Marinesoldaten geschnappt werden, können sie sich inzwischen wieder sicher fühlen. Denn Kenia hat vor wenigen Wochen das mit der EU und anderen Staaten geschlossene Justiz- Abkommen beendet. Es führt damit keine Prozesse mehr gegen Piraten, die von "Atalanta"-Schiffen gefangen wurden. Das Nachbarland Somalia hat solch ein Abkommen erst gar nicht abgeschlossen.

Eva Krafczyk, DPA / DPA
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.