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Wikileaks-Gründer Assange Staatsanwalt ermittelt erneut wegen Vergewaltigung


Rolle rückwärts und zurück: Die schwedische Justiz ermittelt nun doch wieder gegen den Internet-Aktivisten Julian Assange vom Enthüllungsportal Wikileaks wegen Verdachts auf Vergewaltigung. Mitte August waren erste Ermittlungen nach nur 24 Stunden eingestellt worden.

Die schwedische Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange wegen des Verdachts einer Vergewaltigung wieder aufgenommen. Dies sei das Ergebnis einer erneuten Überprüfung des Falls, sagte Generalstaatsanwältin Marianne Ny am Mittwoch. Sie gab einem Einspruch des Anwalts der Frau statt, die den Vergewaltigungsvorwurf gegen Assange erhoben hatte. Die Staatsanwaltschaft hatte im vergangenen Monat jedoch beschlossen, die Vergewaltigungsvorwürfe nicht weiter zu verfolgen.

Ny entschied weiter, dass einem weiteren Vorwurf gegen Assange als Verdacht "des sexuellen Zwangs und der sexuellen Belästigung" nachgegangen werden solle. Damit verschärfte sie eine Entscheidung untergeordneter Staatsanwälte, die diesen Vorwurf nur als "Belästigung" eingestuft hatten.

Der Anwalt der Beschwerdeführerinnen begrüßte das Umschwenken der schwedischen Justiz. Er sei "sehr zufrieden" mit der Entscheidung, erklärte Borgström. Assanges Anwalt Leif Sibersky hingegen sagte der schwedischen Nachrichtenagentur TT: "Mein Mandant ist sehr überrascht und wütend." Nach Assanges Befragung zu den Belästigungsvorwürfen am Montag hatte sich Silbersky zuversichtlich gezeigt, dass die Staatsanwaltschaft die Vorwürfe fallen lassen werde.

"Zutiefst beunruhigend"

Die Polizei hatte die Ermittlungen gegen Assange Mitte August aufgenommen. Der schwere Vorwurf einer Vergewaltigung wurde damals nach knapp 24 Stunden wieder zurückgezogen. Die Anschuldigungen kamen vier Wochen nach der Veröffentlichung von brisanten Geheimdokumenten über den Afghanistankrieg auf der Plattform WikiLeaks.

Der 39-jährige Australier Assange wies die Vorwürfe umgehend zurück und erklärte, dass sie gerade jetzt erhoben würden, sei "zutiefst beunruhigend". Er deutete dabei an, dass sie aus Reihen des Pentagons kommen könnten, was wiederum in Washington sofort zurückgewiesen wurde.

Wikileaks hatte Ende Juli knapp 80.000 bis dahin geheimer US-Militärdokumente zum zunehmend umstrittenen Afghanistan-Einsatz veröffentlicht und damit weltweit Schlagzeilen gemacht.

dho/APN/DPA/Reuters/AFP/be DPA Reuters

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