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Wolski-Gatte verurteilt: Profitierte auch die Richterin von der Steuerhinterziehung?

Die hessische Staatsrichterin Karin Wolski ist nach der Verurteilung ihres Ehemannes wegen Steuerhinterziehung von ihrem Amt zurückgetreten.

Die hessische Staatsrichterin Karin Wolski ist nach der Verurteilung ihres Ehemannes wegen Steuerhinterziehung von ihrem Amt zurückgetreten. Sie wolle weiteren Schaden vom Hessischen Staatsgerichtshof abwenden, erklärte die der CDU angehörende Juristin am Freitag in Neu-Isenburg bei Frankfurt. Wolskis Ehemann Michael war am selben Tag vom Landgericht Darmstadt zu zwei Jahren und zehn Monaten wegen der Hinterziehung von 1,1 Millionen Euro Steuern verurteilt worden. Von dem Ertrag habe auch die Richterin profitiert, hatte das Gericht festgestellt.

Das Landgericht befand den 61-Jährigen nach fünf Monaten Verhandlung für schuldig, zwischen 1999 und 2003 in 52 Fällen Geld am Fiskus vorbeigeschleust zu haben. Die Opposition im hessischen Landtag hatte während des Verfahrens immer wieder den Rücktritt der Staatsrichterin Karin Wolski verlangt, da sie in die Machenschaften verstrickt sei. Auch Hessens Finanzminister Karlheinz Weimar (CDU) geriet in den Sog. Er musste im Landtag einräumen, dass die Finanzämter vor allem in Offenbach und in Frankfurt Fehler gemacht hatten.

Gegen Karin Wolski wurde bislang weder ein Ermittlungs- noch ein Disziplinarverfahren eingeleitet, obwohl ihr vorgeworfen wird, von dem Vermögenstransfer profitiert, jahrelang keine Steuererklärungen abgegeben und unter einer Frankfurter Scheinadresse sechs Autos angemeldet zu haben. Bei ihrem Rücktritt betonte sie, sie habe sich nichts zu schulden kommen lassen. "Ich gehe daher mit erhobenem Haupt und in dem Wissen, mein Amt entsprechend meinem Amtseid gerecht verwaltet und die Verfassung getreulich gewahrt zu haben", erklärte sie.

DPA / DPA