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Nach Studenten-Massaker: Wütende Demonstranten blockieren Flughafen von Acapulco

Aus Wut über die mutmaßliche Ermordung der 43 verschleppten Studenten in Mexiko haben Demonstranten den Flughafen von Acapulco blockiert. Es gab mehrere Verletzte.

Demonstranten blockieren den Eingang zum Flughafen der Touristenstadt Acapulca

Demonstranten blockieren den Eingang zum Flughafen der Touristenstadt Acapulca

Aus Wut über die mutmaßliche Ermordung der 43 verschleppten Studenten in Mexiko haben Demonstranten den Flughafen der Küstenmetropole Acapulco blockiert. "Er wird für drei Stunden geschlossen bleiben", sagte Felipe de la Cruz, ein Sprecher der betroffenen Familien. Angeführt von Eltern und Freunden der Vermissten waren zuvor tausende Menschen in dem Urlaubsort in Richtung Flughafen marschiert.

An einer Polizeisperre kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Maskierte Demonstranten griffen die Sicherheitskräfte mit Steinen und Brandsätzen an. Elf Polizisten wurden dabei nach Behördenangaben verletzt. Nach Verhandlungen zwischen beiden Seiten konnten die Demonstranten ihren Protestmarsch fortsetzen. Einige von ihnen waren mit Schlagstöcken und Metallstangen bewaffnet. Nach Angaben des Flughafens wurden drei Flüge wegen der Blockade verschoben. Touristen mussten vor den Eingängen ausharren.

Der Fall der vermissten Studenten führte bereits in den vergangenen Tagen zu wütenden Protesten, nachdem drei mutmaßliche Drogengangster die Ermordung der 43 Lehramtsstudenten gestanden hatten. In der Hauptstadt Mexiko-Stadt versuchten vermummte Angreifer am Samstagabend, den Nationalpalast zu stürmen. Im Bundesstaat Guerrero bewarfen Demonstranten den Sitz der Regionalregierung mit Brandsätzen und steckten Autos an.

Die Studenten waren am 26. September von der Polizei festgenommen und anschließend der verbündeten Drogenbande Guerreros Unidos übergeben worden. Generalstaatsanwalt Jesus Murillo Karam teilte am Freitag mit, drei Mitglieder der Drogenbande hätten in Haft gestanden, die Studenten getötet und ihre Leichen auf einer Müllkippe verbrannt zu haben.

Die Ermittler vermuten, dass der Bürgermeister der Stadt Iguala, José Luis Abarca, das Vorgehen gegen die Studenten anordnete, um zu verhindern, dass sie eine geplante Rede seiner Frau stören. Nach mehrwöchiger Flucht wurde das Paar, das Verbindungen zur Drogenmafia unterhalten soll, am vergangenen Dienstag in Mexiko-Stadt gefasst. Insgesamt gab es bislang 74 Festnahmen in dem Fall, darunter 36 Polizisten und mehrere Mitglieder von Guerreros Unidos.

haw/AFP / AFP