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Zentrum teilweise evakuiert: Bombenattrappe versetzt Oslo in Angst und Schrecken

Ein Bombenalarm hat in der norwegischen Hauptstadt einen Großeinsatz ausgelöst. Bei dem verdächtigen Gegenstand handelte es sich jedoch nur um eine Attrappe, die von den Amerikanern stammt.

Gut ein Jahr nach dem Anschlag des Attentäters Anders Behring Breivik im Regierungsviertel von Oslo hat ein verdächtiger Gegenstand nahe der US-Botschaft Norwegens Hauptstadt am Dienstag in Schrecken versetzt. Die Polizei sperrte die Gegend um die diplomatische Vertretung zeitweise, gab jedoch später Entwarnung.

Der verdächtige Gegenstand wurde als ungefährlich eingestuft. Peinlich für die Vertretung der USA fiel aus, was Polizeisprecher Johan Fredriksen dem Online-Blatt "VG Nett" danach als Hintergrund nannte: "Das war eine Bombenattrappe der Amerikaner, was die auch schon zugegeben haben. Sie haben sie für eine interne Übung benutzt und dann unter dem Auto vergessen."

Polizei, Feuerwehr und Rettungsfahrzeuge im Einsatz

Nach der Entdeckung der Bombenattrape unter einem Auto nahe der Botschaft wurde die Gegend nach Polizeiangaben in einem Umkreis von 500 Metern geräumt. Vor Ort waren zahlreiche Polizei-, Feuerwehr- und Rettungsfahrzeuge sowie Spezialisten zur Entschärfung von Bomben im Einsatz. Auch umliegende U-Bahn-Stationen wurden gesperrt.

Die US-Botschaft liegt in einer touristischen Gegend der Osloer Innenstadt. In unmittelbarer Nähe befindet sich auch der Königspalast. Dort wurden wegen des Alarms keine Besucher mehr eingelassen, wie ein Palastsprecher sagte. Mitglieder der Königsfamilie befanden sich demnach nicht in dem Gebäude.

Urteil am 24. August

Im Regierungsviertel von Oslo hatte der rechtsextreme Attentäter Anders Behring Breivik am 22. Juli 2011 mit einer Autobombe acht Menschen getötet. Anschließend erschoss er in einem Jugendlager der regierenden Arbeiterpartei auf der Insel Utöya 69 Menschen erschoss.

Das Urteil im Prozess gegen Breivik soll am 24. August fallen. Breivik plädierte auf nicht schuldig, obwohl er die Anschläge gestand. Er gab an, die 77 Menschen aus "Notwehr" getötet zu haben, um Norwegen vor fremden Einflüssen zu schützen.

kave/DPA/AFP / DPA