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Gefiederter Mord-Zeuge: Papagei wiederholt letzte Worte seines Besitzers: "Verdammt, schieß nicht!"

Im US-Bundesstaat Michigan hat sich möglicherweise ein Zeuge für einen Mord zu Wort gemeldet: Offenbar musste eine Papagei die letzten Momente im Leben seines Herrchens miterleben. Nun wiederholt er angeblich dessen letzten Worte - immer und immer wieder.

Papagei

"Ich persönlich glaube, dass er da war, sich erinnert und davon erzählt", so der Vater des getöteten Martin D. über den Papagei Bud

Dass ein Tier Hinweise in einem Mordfall liefert, erscheint wie eine Geschichte aus einem Hollywood-Drehbuch: Doch wie der US-Sender "WOOD-TV" berichtet, wurde ein Papagei namens Bud im US-Bundesstaat Michigan möglicherweise Zeuge eines furchtbaren Verbrechens. Nach dem Mord an seinem Herrchen wiederholt dieser nun angeblich dessen letzte Worte und soll dabei sogar seine Stimme imitieren: "Verdammt, schieß nicht!" Was musste Papagei Bud mitansehen?

Buds Herrchen, der 45-jährige Martin D. wurde bereits im Mai 2015 in seinem Zuhause im Ensley Township in Michigan erschossen. Auch seine Frau Glenna wurde an jenem Abend mit einem Kopfschuss aufgefunden. Ermittler glaubten zunächst, sie hätten es mit zwei Toten zu tun, doch Glenna überlebte schwer verletzt. Anfangs sollen Ermittler davon ausgegangen sein, dass auch  Glenna Opfer eines unbekannten Täters wurde - doch wie "WOOD-TV" vor kurzem berichtete, sei sie nun selbst tatverdächtig. Der zuständige Staatsanwalt Robert Springstead sagte dem TV-Sender, es gebe "einige Hinweise, die dafür sprechen", dass Glenna ihren Mann umgebracht habe. Und auch der Papagei Bud ist ein Puzzle-Teil in dem mysteriösen Mordfall.

"Die Stimmen erkenne ich wieder"

Seit dem plötzlichen Tod seines Herrchens lebt der Papagei bei der Ex-Frau seines verstorbenen Besitzers. Wie diese berichtet, habe der Vogel die Angewohnheit, die Stimme einer Frau und eines Mannes zu imitieren, die sich gerade in einem heftigen Streit befinden. "Es sind zwei Menschen die ich kenne, die Stimmen erkenne ich wieder", so die Ex-Frau von Martin D. Wenn Bud wieder loslegt, läuft ihr ein Schauer über den Rücken: "Wenn es passiert, wird mein Haus eiskalt." Der vielleicht gruseligste und immer wiederkehrende Teil des Streits, den der Vogel nacherzählt: "Verdammt, schieß nicht!"

Auch die Eltern des erschossenen Martin D. sind überzeugt davon, dass der Vogel Zeuge des Mordes wurde: "Ich persönlich glaube, dass er da war, sich erinnert und davon erzählt", so der Vater von Martin D. Für die Hinterbliebenen des Opfers steht fest: Der Papagei Bud erlebt die tragische Szene immer und immer wieder und imitiert nun den letzten Streit des Ehepaars.

Laut dem TV-Sender habe die Polizei drei von Glenna D. geschriebene Abschiedsbriefe an Verwandte entdeckt, die sie noch vor der Schicksalsnacht geschrieben haben soll. Doch sie gibt an, sie könne sich an die Nacht nicht mehr erinnern, ihre Erinnerung sei erst wiedergekommen, als sie im Krankenhaus aufwachte. Glenna D. ist von ihrer Unschuld überzeugt: "Ich weiß mit absoluter Sicherheit, dass ich meinen Ehemann nicht umgebracht habe", soll sie der Polizei gesagt haben.

"Er gibt einem das Gefühl, ein toter Mann sei im Raum."

Ob Bud in dem Fall als Beweis dienen wird, ist trotzdem unwahrscheinlich: Die Staatsanwaltschaft hat laut WOOD-TV bei der Polizei erfragt, ob der Vogel theoretisch als Beweis dienen könnte - doch offenbar blieb eine Antwort auf die Frage bislang aus. Staatsanwalt Springstead habe ebenfalls von dem sprechenden Papagei gehört, doch habe er sich bis jetzt keine Videoaufnahmen von dem Tier angesehen. Nun wolle er erst einmal das Ende der polizeilichen Ermittlungen abwarten, bevor er eine Strafanzeige erhebt.

Ein in der Gegend ansässiger Anwalt sagte "WOOD-TV", dass der Vogel in einem Prozess nicht als Beweismittel zugelassen werden könne: "Man kann nicht zweifelsfrei belegen, ob der Vogel Zeuge eines Mordes wurde oder ob er einfach etwas im Fernsehen sah." Auch Buds neue Besitzerin glaubt nicht daran, dass ihr Papagei Teil eines Gerichtsprozesses wird. "Ich glaube nicht, dass er den Fall weiterbringen würde, aber er gibt einem das Gefühl, ein toter Mann befinde sich im Raum." 

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amt
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