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Zur Steinigung verurteilte Iranerin Staatsfernsehen meldet: Aschtiani nicht frei


Ist Sakineh Aschtiani frei? Oder doch nicht? Darüber wurde am Abend heftig spekuliert, weil Bilder von ihr und ihrem Sohn veröffentlicht worden waren. Jetzt meldet der iranische Staatssender Press TV, dass die zum Tode verurteilte Iranerin weiter in Haft ist. Und der Sender erklärt auch, woher die Bilder stammen.

Die zum Tode verurteilte Iranerin Sakineh Mohammadi Aschtiani ist nach Angaben des staatlichen Fernsehens nicht freigelassen worden. Die "Mörderin" Mohammadi Aschtiani sei nicht auf freiem Fuß, berichtete der englischsprachige iranische Sender Press TV am Freitag auf seiner Website. Gegenteilige Angaben seien Teil einer "großen Propagandakampagne der westlichen Medien".

Am Donnerstagabend hatte die in Deutschland lebende Sprecherin des Komitees gegen die Steinigung, Mina Ahadi, gesagt, sie habe Informationen, wonach Aschtiani, ihr Sohn und ihr Anwalt frei seien. Am Abend werde es im englischsprachigen iranischen Fernsehsender Press TV eine Sendung geben, in welcher dies "zu hundert Prozent bestätigt" werde.

Todesstrafe wegen Ehebruchs 2007 bestätigt

Press TV veröffentlichte am Donnerstag Fotos, die Aschtiani offenbar während eines Freigangs vergangene Woche zusammen mit ihrem Sohn bei ihrem Haus zeigten. Dazu hieß es nun auf der Website von Press TV, der Sender habe bei den iranischen Justizbehörden erwirkt, Mohammadi Aschtiani in ihr Haus zu begleiten, um dort ihre Mordtat nachzustellen.

Aschtiani war 2006 wegen der angeblichen Verwicklung in den Mord an ihrem Ehemann und wegen mehrfachen Ehebruchs zum Tod durch Steinigung verurteilt worden. Die Verurteilung wegen Mords wurde im Jahr 2007 in zehn Jahre Haft umgewandelt, die Todesstrafe wegen Ehebruchs jedoch im selben Jahr bestätigt. Der Fall hatte international für großes Aufsehen gesorgt.

ukl/AFP AFP

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