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Rassistisches Brauchtum?: Bürgermeister darf "Zwarte Piet" nicht verbieten

Die Niederlande diskutieren um "Zwarte Piet". Ein Urteil stützt den Brauch nun: Die schwarz angemalten Helfer dürfen den Nikolaus weiter begleiten. Die Rassismus-Frage klammerte das Gericht aber aus.

Als Reaktion auf die Diskussionen um das Schwarze Piet-Brauchtum hat die rechtsgerichtete Partei Leefbaar Rotterdam im Oktober rund 300 Puppen in der Stadt verteilt

Als Reaktion auf die Diskussionen um das Schwarze Piet-Brauchtum hat die rechtsgerichtete Partei Leefbaar Rotterdam im Oktober rund 300 Puppen in der Stadt verteilt

Im Rassismusstreit in den Niederlanden um den Nikolaus-Helfer "Zwarte Piet" haben die Gegner eine Niederlage erlitten. Der Nikolaus darf bei seinem öffentlichen Einzug von den schwarz angemalten Pieten begleitet werden, urteilte das höchste Verwaltungsgericht des Landes am Mittwoch in Den Haag.

Ein Bürgermeister habe kein Recht, dies wegen möglicher Diskriminierung zu verbieten. In erster Instanz hatte ein Gericht in Amsterdam den Klägern noch recht gegeben und Zwarte Piet eine "negative stereotype Figur" genannt.

Jedes Jahr Mitte November wird der "Sinterklaas" traditionell bei seinem Einzug in Städte und Dörfer von den bunt kostümierten Helfern begleitet. Am 5. Dezember bringen die Pieten den Kindern die Geschenke. Bürger und Organisationen hatten die Stadt Amsterdam verklagt, weil sie den Nikolaus-Umzug im November 2013 erlaubt hatte. Auch die Vereinten Nationen kritisieren den Brauch.

Zur Rassismus-Frage äußerte sich der Staatsrat am Mittwoch nicht. Dazu sei er nicht befugt, heißt es in dem Urteil. Viele schwarze Niederländer klagen, dass Zwarte Piet rassistisch sei. Dagegen wollen viele weiße Niederländer die Tradition des Kinderfestes beibehalten.

haw/DPA / DPA
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