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Zwickauer Zelle: Familien von NSU-Opfern erhalten Entschädigungen

Mindestens zehn Menschen wurden von der rechtsradikalen Gruppierung ermordet. Die Hinterbliebenen erhalten nun eine finanzielle Entschädigung in Höhe von 900.000 Euro.

Ein Jahr nach der Enttarnung der rechtsextremen Terrorzelle NSU haben die Familien der Opfer insgesamt rund 900.000 Euro Entschädigung erhalten. Das teilte das Bundesjustizministerium mit. Das Geld kommt aus einem Fonds für die Opfer extremistischer Übergriffe. Die Gruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) wird für die Ermordung von neun türkischen und griechischen Geschäftsleuten sowie einer Polizistin verantwortlich gemacht. Die "Neue Osnabrücker Zeitung" hatte zuvor eine Entschädigungssumme von 830.000 Euro genannt - diese Zahl stammte allerdings aus dem August.

Aus einem früheren Schreiben des Bundesjustizministeriums vom März 2012 geht demnach hervor, dass Ehepartner und Kinder der ermordeten neun Kleinunternehmer eine Pauschale von 10.000 Euro erhalten sollten, Geschwister 5000 Euro. Im Fall der ermordeten Polizistin aus Heilbronn seien 25.000 Euro an die Hinterbliebenen ausgezahlt worden. An die Opfer der beiden Bombenanschläge in Köln seien insgesamt 140.000 Euro überwiesen worden.

Die Gruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) war am 4. November 2011 aufgedeckt worden. Nach den Erkenntnissen der Ermittler ist sie für Morde an neun Geschäftsleuten verantwortlich. Außerdem soll sie 2007 eine Polizistin erschossen und ihren Kollegen lebensgefährlich verletzt haben. Auch zwei Bombenanschläge 2001 und 2004 sollen auf ihr Konto gehen.

ono/DPA / DPA