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Teures Selbstporträt: Student zerstört beim Selfie antike Statue

Ein Student aus Mailand wollte ein besonders cooles Selfie knipsen und kletterte dafür auf den Schoß einer antiken Statue. Doch bei der Kletterei brach das Bein der Figur ab.

Von Christoph Fröhlich

In einem Museum herrschen strenge Regeln: Leise sein! Blitz aus! Handy stumm! Und: Bloß nichts anfassen! Doch offenbar reichen diese Vorkehrungen noch nicht aus, die Kunstwerke vor Vandalismus zu schützen, wie der Fall eines Studenten in Italien zeigt. Er besuchte die Accademia di Belle Arti di Brera in Mailand, als er den Barberinischen Faun erblickte, eine Statue, die ein schlaftrunkenes mythologisches Wesen zeigt. Die liegende Figur ist nackt und stellt den Penis für den Besucher offen zur Schau. Eigentlich der perfekte Hintergrund für ein Selfie, dachte sich offenbar der Student.

Knacks, Rumms, Bein ab

Allein bei dieser Idee dürften sich jedem Museumswärter die Nackenhaare aufstellen. Doch der Student setzte noch einen drauf: Er wollte sich nicht vor, sondern auf der Figur fotografieren. Und während er auf die Figur kraxelte, so berichten es Zeugen der britischen Zeitung "The Mirror", gab es ein kurzes Knacken, dann brach das linke Bein der Statue am Oberschenkel ab.

Der Student hat sich nach dem Selfie-Versuch offenbar schnell aus dem Staub gemacht, die Schäden wurden erst am nächsten Morgen entdeckt. Was er nicht bedachte: Das kurze Kletterintermezzo wurde offenbar von einer Überwachungskamera aufgezeichnet, wie die Online-Ausgabe des britischen "Time"-Magazins berichtet. Andere Quellen wie die italienische Nachrichtenseite "Corriere della Sera" dementieren diese Aussage. Der Zeitung zufolge sei es "nahezu unmöglich", den Täter zu finden.

Der echte Faun blieb unversehrt

"Wir glauben, das war ein Unfall", sagt Museumsdirektor Franco Marrocco dem "Corriere della Sera". "Die Statue war aus mehreren Einzelteilen zusammengebaut und der betroffene Teil begann bereits, sich abzulösen. Wir hatten schon eine Restauration geplant."

Glück im Unglück: Der Barberinische Faun aus Mailand ist nur ein Nachbau aus dem 18. Jahrhundert. Das Original, das auf das Jahr 220 vor Christus datiert wird, steht in der Glyptothek in München.

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