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Radiosender 1Live Unbekannte kapern WDR-Frequenz und verbreiten Querdenker-Thesen

Eine Kundgebung der Querdenker in Darmstadt
Eine Kundgebung der Querdenker in Darmstadt
© Frank Rumpenhorst / dpa
Schock für die Hörer des WDR-Radiosenders 1Live im Münsterland: Unbekannte kaperten die Sendefrequenz und verbreiteten mit verzerrter Stimme Verschwörungstheorien. Es war nicht der erste Vorfall dieser Art.

Unbekannte haben im Münsterland eine Radio-Frequenz des WDR für Botschaften aus der Querdenker-Szene zur Corona-Pandemie gekapert. Nach Angaben der in solchen Fällen zuständigen Bundesnetzagentur wandte sich die Polizei aus dem Ort Ahaus an die Behörde und berichtete von einem entsprechenden Vorfall. Bei einer Frau sei während einer Autofahrt plötzlich das Programm des WDR-Senders 1Live überlagert worden. Für etwa 45 Sekunden sei stattdessen eine "blecherne Stimme" erklungen, "die Corona-Thesen aus der Querdenker-Szene" verbreitet habe.

Die "Bild"-Zeitung zitiert einen 1Live-Hörer mit den Worten: "Ich konnte mir nicht erklären, was ich da gehört hatte." Angeblich sagte die verzerrte Stimme: "Die Grippe ist plötzlich verschwunden, plötzlich gibt es Corona. Wann stellt ihr die richtigen Fragen?"

WDR bestätigt Störungen

Der WDR bestätigte am Donnerstag die Störungen. Seit der ersten Märzwoche seien nun schon mehrere Meldungen dieser Art von Hörerinnen und Hörern eingegangen. "Die Frequenz wurde vor allem im Kreis Borken zeitweise von Unbekannten gekapert", erklärte der Sender. Sämtliche Hinweise seien an die Bundesnetzagentur weitergeleitet worden, die dem Ursprung nun nachspüre. In ihrer Verantwortung liege es auch, mögliche rechtliche Schritte einzuleiten.

Bei der Bundesnetzagentur geht man von einem Piratensender aus, der die Frequenz von 1Live illegal nutzt. Weil die Unterbrechungen so kurz seien, habe er wohl keine sonderlich starke Sendeleistung und nutze wechselnde Standorte. "Die Nutzung von Frequenzen ohne Frequenzzuteilung stellt eine Ordnungswidrigkeit dar und kann mit empfindlichen Bußgeldern geahndet werden", sagte ein Sprecher der Behörde.

jum/DPA

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