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Kalifornien Spielsucht: Nonne soll als Schuldirektorin mehr als 800.000 Dollar veruntreut haben

Nonne
Die 79-Jährige hat gestanden – sie könnte für 40 Jahre ins Gefängnis gehen (Symbolbild)
© Pascal Deloche / Picture Alliance
Mit 18 Jahren hatte sie ein Armutsgelübde abgelegt – als Nonne verfiel sie der Spielsucht. Um ihre Schulden zu begleichen, soll die heute 79-Jährige als Schuldirektorin über zehn Jahre Hunderttausende Dollar veruntreut haben. Jetzt drohen ihr 40 Jahre Gefängnis.

Eine pensionierte Nonne aus dem US-Bundesstaat Kalifornien wird des Betrugs und der Geldwäsche angeklagt. Der heute 79-Jährigen drohen bis zu 40 Jahre Haft. Laut Staatsanwaltschaft hat sie als Direktorin einer katholischen Grundschule in einem Vorort von Los Angeles über Jahre hinweg insgesamt mehr als 835.000 Dollar Schulgelder gestohlen – vor allem, um ihre Glücksspielsucht zu finanzieren.

Geständnis bereits abgelegt

Der Staatsanwaltschaft zufolge wurde die Nonne in jeweils einem Fall des Überweisungsbetrugs und der Geldwäsche angeklagt. Es gebe bereits eine Vereinbarung mit der Angeklagten, laut der sie sich schuldig bekennen und die gesetzliche Höchststrafe von 40 Jahren Haft akzeptieren wolle.

Über ein Jahrzehnt hinweg – von 2008 bis 2018 – habe sie die Gelder abgezweigt. Sie sei damals für die Verwaltung von Schulgeldern, Gebühren und wohltätigen Spenden verantwortlich gewesen. Als Direktorin – eine Stellung, die sie 28 Jahre bekleidet habe – habe sie alle Schulkonten kontrolliert, darunter auch ein Sparkonto, von dem die Lebenserhaltungskosten der beschäftigten Nonnen bezahlt worden seien.

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Angestellte sollten Unterlagen vernichten

Die Nonne im Ruhestand habe bereits gestanden, dass sie die Gelder auf zwei Konten umgeleitet und schließlich dazu benutzt habe, "um für Ausgaben zu zahlen, die der Orden nicht genehmigt, geschweige denn bezahlt hätte, einschließlich großer Ausgaben für Glücksspiele in Kasinos und bestimmte Kreditkartenabrechnungen".

Außerdem habe sie, so stünde es im Geständnis, Monats- und Jahresberichte der Schulverwaltung gefälscht haben, um ihren Betrug zu vertuschen. Im Rahmen einer Schulprüfung soll sie Angestellte angewiesen haben, Finanzunterlagen abzuändern und zu vernichten.

Medienberichten zufolge erklärte der Anwalt der 79-Jährigen, dass seine Mandantin "sehr reumütig" sei und eine Geisteskrankheit ihr Urteilsvermögen getrübt habe. Berichten zufolge hatte sie mit 18 Jahren ein Armutsgelübde abgelegt und die folgenden 59 Jahre im Orden verbracht.

Quellen: Mitteilung Staatsanwaltschaft Central District of California; "BBC"; "The Guardian"; "New York Times"

yks

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