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Video "Courage" - Berlinale-Film wirft Schlaglicht auf politische Gefangene in Belarus

Bilder wie diese - aus Belarus - sind uns aus den Nachrichten bekannt. Der belarussische Filmemacher Aliaksei Paluyan war bei den teils gewalttätigen Demonstrationen im vergangenen Jahr oft mittendrin. So entstand sein Film "Courage", der im Special der Berlinale läuft. "Von Anfang an war uns klar, das würde ernst sein. Eine Person, die seit 26 Jahren das Land ausnutzt und sagt, es wird geschossen... Für mich und meine Kamerafrau war klar: es wird geschossen." Die Rede ist Machthaber Alexander Lukaschenko, der auch nach der Wahl und trotz der Proteste im vergangenen Jahr weiter regiert. Mit viel Glück konnte Filmemacher Paulyan einer Verhaftung entgehen, blieb unverletzt. Die drei Hauptpersonen seines Films hatte er durch deren regierungskritische Theaterarbeit kennengelernt, begleitete sie fortan. "Ich mache mir auch viele Gedanken über sie. Denn je lauter ich mit diesem Film bin, desto mehr Schwierigkeiten bekommen diese Leute." Beide Medien, Theater und Film, hätten die Macht, Aufmerksamkeit zu erzeugen, so der Regisseur. Dabei sehe er sich selbst als Beobachter, nicht als Demonstrant oder Aktivist. "Wer außer Künstler könnten jetzt noch laut darüber sprechen? Zum Glück hat die Stimme von Künstlern in Osteuropa noch einen Wert. Das muss man offen und ehrlich sagen. Im Westen leider ist die Stimme der Künstler nicht so groß wie das Wort der Wirtschaft. Hier hat die Wirtschaft mehr zu sagen als Künstler." Die Arbeit an "Courage" und auch die Veröffentlichung brächten tatsächlich ein gewisses Risiko mit sich. Einige der Film-Protagonisten waren erst kürzlich für einige Tage inhaftiert: "Es ist natürlich jetzt die Zeit von Repressionen. Man wünscht sich, romantisch zu bleiben, pathetisch zu sagen, nein, ich habe keine Angst. Aber genau das finde ich sehr schwach, wenn man immer so pathetisch spricht. Ich glaube, Courage und Mut ist genau das, wenn ein Mensch sagt, ich habe Angst, wahnsinnige Angst, aber ich mache trotzdem weiter."
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Der Titel des Dokumentarfilms von Aliaksei Paluyan kann auch als Aufforderung an jene gelesen werden, die in Belarus den Wandel herbeisehnen: Courage! - Habt Mut!

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