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Video Äthiopische Regierung lässt Hilfslieferungen nach Tigray zu

Als die Kämpfe in der nordäthiopischen Region Tigray begannen, wurde Abeyam geboren, ein Nachkömmling der tigrinischen Familie von Salam und ihrem Mann Atikilti. Als die ersten Bomben und Schüsse in ihrer Heimat zu hören waren, rannte die im achten Monat schwangere Salam mit ihrem Ehemann und ihren beiden bereits Kindern so schnell sie nur konnte. "Als ich angsterfüllt wegrannte, begannen die Schmerzen, mitten auf der Straße." Abeyam kam einen Monat zu früh. In einem Dorf kurz vor der sudanesischen Grenze konnte Salam ihr Kind zur Welt bringen. Der Familie geht es jetzt soweit gut. "Wenn der Krieg vorbei ist und wir nach Hause können, erzähle ich ihr die Geschichte, wie sie geboren wurde. Dass sie im Jahr 2020 das Licht der Welt erblickte während eines Krieges, der uns aus unserem zu Hause vertrieben hat." Einen Monat, nachdem die Zentralregierung unter Ministerpräsident Abiy Ahmed ihre Offensive auf das Volk der Tigrinya begonnen hatte, vermeldete sie am Sonntag die Einnahme von Mek'ele, der Hauptstadt der Region. Auf den Bildern dieses Fernsehsenders sieht es in den Straßen der Stadt nach einem ruhigen Alltag aus. Diese Menschen berichten, dass alle Läden und Einrichtungen wieder aufgemacht hätten, alles sei sehr friedlich, sagt dieser Mann. Eine unabhängige Überprüfung der Angaben ist kaum möglich, da die Telefon- und Internetverbindungen in Tigray unterbrochen sind. Zudem wird der Zugang in die im Norden gelegene Region streng überwacht. Der Regionalpräsident von Tigray erklärte in einer Textnachricht an Reuters, seine Streitkräfte, die Volksbefreiungsarmee von Tigray TPLF, hätten sich aus der Umgebung von Mek'ele zurückgezogen, würden den Kampf aber fortsetzen. Das könnte bedeuten, dass der bewaffnete Konflikt weiterginge. Abiy wirft der TPLF vor, einen bewaffneten Aufstand angezettelt zu haben. Auslöser der Kämpfe ist nach seiner Darstellung ein Angriff von TPLF-Kräften auf in Tigray stationierte Regierungstruppen. Seit Beginn der Kämpfe wurden Tausende Menschen getötet, fast 44.000 flohen ins Nachbarland Sudan. Auch nach Eritrea flüchteten zahlreiche Menschen, zudem griff die TPLF dort Ziele an. Der Konflikt innerhalb Äthiopiens, das aus zehn ethnischen Regionen besteht, drohte das gesamte Gebiet am Horn von Afrika zu destabilisieren. Die Vereinten Nationen haben indessen nach eigenen Angaben die Erlaubnis für dringend benötigte Hilfslieferungen in das von Gewalt, Hunger und Flucht gezeichnete Gebiet erhalten.
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Die Truppen von Ministerpräsident Abiy Ahmed hatten die Hauptstadt der Konfliktregion Mek'ele eingenommen. Seit einem Monat kämpfen sie gegen tigrinische Truppen.

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