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Video Aktion #allesdichtmachen: Teilnehmende ziehen zurück

Nach massiver Kritik an der Internetaktion "#allesdichtmachen" haben sich nun erste teilnehmende SchauspielerInnen von der Kampagne distanziert. In persönlichen Statements hatten die rund 50 Mimen - darunter viele wohl bekannte Gesichter - ihre Sicht auf die Beschränkungen in meist satirischer Form formuliert. Zu denjenigen, die ihre Aussagen nach der Veröffentlichung auf der Videoplattform Youtube und auf Instagram selbst relativierten, zählten nach Medienberichten die Schauspielerinnen Meret Becker und Heike Makatsch. Letztere bat die Opfer der Pandemie und deren Angehörige um Entschuldigung für etwaige Missverständnisse und löschte ihr Video. Sie und Becker verwahrten sich gegen eine Instrumentalisierung von der "rechten Seite", wie Becker es in einem Video-Statement formulierte. Auch ihr Kollege Jan Josef Liefers ging auf Abstand von einer Vereinnahmung der Aktion durch Anhänger von Verschwörungstheorien und der Querdenker-Bewegung. Kulturstaatsministerin Monika Grütters zeigte einerseits Verständnis für Kritik an der Corona-Politik äußerte, sagte am Montag aber auch: "Aber wie immer macht auch hier der Ton die Musik. Ich hätte mir bei der Initiative '#allesdichtmachen' deutlich mehr Empathie der beteiligten Künstlerinnen und Künstler für die Sterbenden auf den Intensivstationen gewünscht und auch für die Pflegerinnen und Pfleger, die am Ende ihrer Kräfte sind. Und bei allem Respekt vor der Kunstfreiheit, die gilt es hier natürlich zu wahren." Bundesgesdunheitsminister Spahn signalisierte den Initiatoren am Freitag Gesprächsbereitschaft: "Weil ich einfach wahnsinnig wichtig finde, immer wieder aufs Neue dieses Gespräch zu suchen in einer schwierigen Phase, die mit ganz vielen Härten, und es sind ja hier Künstlerinnen und Künstler, vor allem, die gerade eben auch..., ich meine, man ist ja Schauspieler Weil ich einfach wahnsinnig wichtig finde, immer wieder aufs Neue dieses Gespräch zu suchen in einer schwierigen Phase, die mit ganz vielen Härten, und es sind ja hier Künstlerinnen und Künstler, vor allem, die gerade eben auch..., ich meine, man ist ja Schauspieler geworden zum Beispiel auch, ja, weil man es liebt, weil man es gerne macht. Es ist ja Berufung auch. Und das jetzt über Monate nicht ausüben zu können, dass das auch wehtut, neben der finanziellen Situation, das kann ich gut verstehen, dass man das zum Ausdruck bringen will. Und gleichzeitig ist die Pandemie ja auch etwas, was wir uns alle nicht ausgesucht haben. Darüber muss man reden, und darüber suche ich auch gerne das Gespräch."
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Nach massiver Kritik an der Internet-Aktion haben sich nun erste teilnehmende SchauspielerInnen von der Kampagne distanziert.

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