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Video Arche-Gründer: Kinder und Familien brauchen jetzt Hilfe

Neben einem warmen Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung oder Freizeitangeboten bietet die Berliner Arche Kindern und Jugendlichen mittlerweile seit Jahrzehnten noch ein anderes wichtiges Gut: ein offenes Ohr für ihre Sorgen und Nöte. Und die sind in der mehr als einjährigen Pandemie ganz sicher nicht zurückgegangen, weiß Arche -Gründer Bernd Siggelkow zu berichten. "Also ich würde sagen, nach 13, 14 Monaten muss ich sagen, es ist eine Katastrophe für die Kinder, weil erst einmal fehlt ihnen die gesamte Infrastruktur. Bei den Kleineren geht es ja, die dürfen ja in die Kita. Aber bei den Größeren, die so unregelmäßig Schule haben, manche sind schon ziemlich dick geworden, die sitzen den ganzen Tag nur vor dem PC. Der Tagesablauf hat sich verändert, und die Isolation hat natürlich auch um sich gegriffen. Und dadurch ist das natürliche Aggressionspotenzial gestiegen." Das Corona-Virus selbst ist dabei oft gar nicht das Hauptproblem: "Aber unsere Menschen, sage ich mal, schützen sich schon. Da gibt es dann andere Probleme. Da ist nicht das Problem die Krankheit, sondern die Angst, die wachsenden Probleme, die Sorgen, vielleicht auch die häusliche Gewalt. Manchmal rufen Eltern in der Nacht an, weil sie nicht mehr weiter wissen mit ihren Kindern. Kinder rufen an, die an den Rand der Verzweiflung kommen, weil sie sich ständig mit ihren Geschwistern prügeln. Das ist schon so eine besondere Herausforderung. Aber wir sind erreichbar 24 Stunden." Das milliardenschwere Aktionsprogramm der Bundesregierung für Kinder und Jugendliche begrüßt man bei der Arche. Siggelkow und seine Mitarbeiter wünschen sich aber mehr Hilfe für die Familien jetzt. Es gehe nicht nur um das Nachholen des versäumten Unterrichtsstoffs, sondern auch um außerschulische Bildungs- und Freizeitangebote.
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Die jüngsten Corona-Hilfen für junge Menschen sind willkommen. Viele Familien brauchen aber schneller Hilfe, sagt Bernd Siggelkow.

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