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Video Freiwillige wollen Haftstrafe übernehmen

Ein 13-Jähriger, der in Nigeria wegen Blasphemie zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden ist, bekommt Hilfe aus unerwarteter Richtung. Der Leiter der polnischen Gedenkstätte Auschwitz hat angeboten, dass er und 119 weitere Freiwillige jeweils einen Monat der Strafe von Omar Farouq in einem nigerianischen Gefängnis absitzen. Menschen aus den USA, Europa, Asien und Afrika hätten sich bereiterklärt, den Platz des Jungen einzunehmen, erklärt Piotr Cywinski. "Das ist eine ermutigende Geste, denn es zeigt, dass wir eine Gesellschaft sind, die in der Lage ist, ein konkretes Opfer für einen anderen Menschen zu bringen". In einem Brief an den nigerianischen Präsidenten bat Cywinski zunächst um eine Begnadigung Farouqs. Der Teenager war von einem Scharia-Gericht im Bundesstaat Kano im Norden Nigerias verurteilt worden. Ihm wurde vorgeworfen, während einer Auseinandersetzung blasphemische Äußerungen gemacht zu haben. Sollte eine Begnadigung nicht möglich sein, würden er und die Freiwilligen die Strafe auf sich nehmen. "Ich hoffe auf eine Antwort. Wir empfinden alle, dass so etwas wirklich nicht passieren sollten". Es ist nicht der einzige Fall in Nigeria, bei dem es um Gotteslästerung geht. Am Montag riefen UN-Rechtsexperten zur Freilassung eines 22-jährigen Sängers auf, der wegen eines angeblich blasphemischen Liedes zum Tode verurteilt wurde. Das Urteil verstoße gegen internationales Recht, Musik sei kein Verbrechen. Sprecher des Präsidialamtes in Negeria lehnten es ab, sich zu den Gerichtsurteile zu äußern.
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Der Leiter der polnischen Gedenkstätte Auschwitz hat angeboten, dass er und 119 weitere die Haftstrafe des 13-Jährigen Omar Farouq in einem nigerianischen Gefängnis übernehmen können.

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