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Video Gastronomie: Gastwirt Deneke hält durch

Ein möglicherweise falscher Name, eine erfundene Telefonnummer - das wird jetzt richtig teuer. 250 Euro Bußgeld für falsche Angaben in der Corona-Liste eines Restaurants hat NRWs Regierung angekündigt. Und zwar für den Gast, nicht für den Wirt. Doch wie das in der Praxis aussehen soll, das fragen sich Gastronomen wie Jürgen Deneke. Er betreibt den Klosterhof Knechtsteden in Dormagen. "Wenn man jetzt wie hier dabeisteht und sieht, wie die Leute das ausfüllen, dann kann man das vielleicht detektivisch herausfinden, wenn einer da ein bisschen krickelt oder ein bisschen zögert, dass er da vielleicht nicht die Wahrheit schreibt", sagt er. "Aber ansonsten wüsste ich nicht, wie wir das machen sollen. Wir dürfen uns keine Ausweise zeigen lassen. Wir können es nicht kontrollieren." 15 Angestellte hat er noch, fünf weniger als vor der Pandemie, dazu Biergarten, Restaurant, Veranstaltungslocation - Deneke kennt sich aus im Gastgewerbe. In Sachen Corona-Auflagen leistet sich der Klosterhof keinen Ausrutscher, zu groß ist das Risiko, plötzlich Teil eines lokalen Infektionsgeschehens zu sein. "Wir haben sonntags hier einen Mitarbeiter mehr unterwegs, der die Namen aufschreibt, die Tische desinfiziert und und und", sagt er. "Ist vielleicht ein bisschen mehr Investition. Aber wir haben die Investition zurückgekriegt dadurch, dass uns viele Gäste gesagt haben: Wir finden das gut, dass das so knallhart durchgezogen wird und dass ihr das so konsequent macht. Und wir fanden es von Anfang an richtig so. Wir haben gesagt: Wir machen alles, Hauptsache, wir können den Betrieb aufmachen, unsere Mitarbeiter können arbeiten und wir haben was zu tun." Auch diese Gäste sind sich des Erntes der Lage bewusst. Einer unter ihnen hat auch eine konkrete Idee zur Verhütung falscher Angaben. "Wer will es überprüfen? Es muss ja einer da sein, der es überprüft. Am Besten wäre es, jeder muss seine Telefonnummer hinterlegen. Dann sollte auch der Wirt die Telefonnummer anrufen, wenn er sich unsicher ist, ob derjenige auch wirklich im Lokal ist oder ob der Name stimmt. Das wäre eine Kontrolle." Kopfzerbrechen bereiten die neuen Auflagen für private Feiern. Um die 150 Hochzeiten pro Jahr fanden vor Corona auf dem Klosterhof statt, teilweise mit bis zu 400 Gästen. Jetzt müssen private Feiern drei Tage vorher beim Ordnungsamt angemeldet werden . Maximal 50 Gäste sind bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35 zukünftig erlaubt, steigt die Inzidenz auf 50 pro Woche und 100.000 Einwohner, dürfen es nur 25 sein. Eine planerische Herausforderung und damit die finanzielle Unsicherheit - auch für Gastwirt Deneke in Dormagen.
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In Sachen Corona-Auflagen leistet sich der Klosterhof keinen Ausrutscher - zu groß ist das Risiko, plötzlich Teil eines lokalen Infektionsgeschehens zu sein.

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