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Video Gesetz gegen Plastikmüll: Mehr Mehrweg, weniger Einweg

Bundesumweltministerin Svenja Schulze will dem Verpackungsmüll den Kampf ansagen. Am Mittwoch hat das Bundeskabinett einer Änderung des Verpackungsgesetzes zugestimmt. Demnach sollen ab dem Jahr 2023 Restaurants, Bistros und Cafés verpflichtet werden, zum Mitnehmen von Speisen und Getränken neben Einweg- auch Mehrwegbehälter anzubieten. Für Schulze bestand Handlungsbedarf, denn durch die Corona-Pandemie würde ein bereits bestehendes Müllproblem nicht nur sichtbarer, sondern auch ungleich größer. "Ja, man sieht im Moment, dass sehr viele Menschen Essen bestellen, Getränke für unterwegs mitnehmen und dass das dazu führt, dass enorme Abfallmengen entstehen, und deswegen will ich, dass Mehrweg genutzt wird. Verbraucherinnen und Verbraucher sollen die Auswahl haben, will ich eine Einweg- oder eine Mehrweg-Verpackung. Ich setze darauf, dass sich Mehrweg in dem Bereich dann auch durchsetzen wird." Also besteht keine bindende Pflicht für den Verkäufer oder Verbraucher, er kann sich immer noch das Wegwerfplastik kaufen. Vielen Umweltschützern ist die Gesetzesvorlage daher noch zu schwach. Ab nächstem Jahr soll Pfand auch auf Plastik-Getränke-Flaschen sowie alle Dosen kassiert werden. Ab 2022 gilt die Abgabe damit auch für Flaschen mit Frucht- und Gemüsesäften, wie die Bundesregierung am Mittwoch beschloss. Tetrapaks sind davon ausgenommen. Im Kampf gegen den Kunststoff-Müll sind bereits Plastiktüten weitgehend verboten worden. Zudem dürfen ab Mitte des Jahres viele Wegwerf-Artikel aus Plastik wie Trinkhalme oder Wattestäbchen nicht mehr verkauft werden. Parallel hat die EU bereits ein Exportverbot für Plastikmüll verhängt, der nicht recycelt werden kann. In Deutschland war die Menge Verpackungsmüll bereits im Jahr 2018 auf einen neuen Rekordwert gestiegen. So fielen insgesamt 18,9 Millionen Tonnen Verpackungsabfall an - so viel wie nie zuvor. Schulze sagte, die Corona-Krise treibe wegen der vielen Versand- und To-Go-Verpackungen die Müllmenge weiter nach oben.
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Die Bundesregierung hat am Mittwoch ein neues Gesetz auf den Weg gebracht, das mehr Mehrweg- und weniger Einweg-Plastik vorsieht.

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