VG-Wort Pixel

Video Habeck: "Wäre super gewesen, Boris hätte einfach geschwiegen"

Der Oberbürgermeister von Tübingen Boris Palmer und seine Partei, die Grünen, stecken derzeit in einer ernsten Beziehungskrise. Scheidung nicht ausgeschlossen. Der Grund: Palmer hatte sich am Freitag auf Facebook über den früheren Fußball-Nationalspieler Dennis Aogo geäußert. Im Zuge der Diskussion mit Facebook-Nutzern griff Palmer ein Aogo zugeschriebenes Zitat auf und schrieb: »Der Aogo ist ein schlimmer Rassist.« Zur Begründung verwies Palmer auf einen nicht verifizierten Facebook-Kommentar, in dem behauptet worden war, Aogo habe für sich selbst rassistische Beleidigungen benutzt. Der Landesparteitag der Grünen in Baden-Württemberg stimmte daraufhin am Samstag kurzfristig mit Dreiviertelmehrheit für ein Ausschlussverfahren gegen Palmer. Grünen-Bundeschef Robert Habeck kritisierte Palmer am Montag scharf. Der Beitrag bei Facebook sei „rassistisch, unwürdig als Oberbürgermeister und beleidigend", sagte Habeck am Montag in Berlin. "Also das Wochenende hätten wir uns alle anders vorgestellt. Es wäre super gewesen, Boris hätte einfach geschwiegen oder vielleicht mal zwei Jahre oder zwei Monate vielleicht Facebook-Abstinenz walten lassen, sieht er ja inzwischen auch einigermaßen selber ein. Wobei ich eine Entschuldigung auch noch nicht gehört habe. Aber nun geht es eben in die geordneten Verfahren, und insofern ist es fast besser, Boris begrüßt das Verfahren. Der Landesverband hat es angestrengt, fast besser es gibt jetzt diese Partei-Ausschlußverfahren und die Schiedsgerichte, die ja satzungsgemäß dafür vorgesehen sind, befassen sich auf den verschiedenen Ebenen damit, als dass man sich immer weiter die Meinung sagt. Jetzt gibt es eine Chance, über das Verfahren, über ein geordnetes Verfahren, zu klären, was zu klären ist." Palmer räumte am Montag einen Fehler ein, warf Teilen seiner Partei zugleich aber Ausgrenzung vor. Die Südwest-Grünen rechnen damit, dass das Ausschlussverfahren drei bis sechs Monate dauern könnte.
Mehr
Grünen-Chef Robert Habeck hat seinen Parteikollegen Boris Palmer scharf kritisiert.

Wissenscommunity


Newsticker