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Video Hagia Sophia in Istanbul soll wieder als Moschee genutzt werden

Andächtiges Gebet vor historischer Kulisse am Freitagabend in Istanbul. Denn die Hagia Sophia soll trotz weltweiter Proteste wieder als Moschee genutzt werden. Das höchste Verwaltungsgericht der Türkei urteilte am Freitag, dass die Umwandlung des Bauwerks in ein Museum durch den Staatsgründer der modernen Türkei Mustafa Kemal Atatürk unrechtmäßig gewesen sei. Unmittelbar danach unterzeichnete Präsident Recep Tayyip Erdogan ein Dekret, wonach die Muslime in dem Weltkulturerbe wieder beten dürfen. Am Freitagabend versammelten sich Gläubige vor dem Wahrzeichen Istanbuls: "Wir haben unsere ersten Gebete hier durchgeführt und sind sehr stolz. Allerdings auch traurig, weil diese Maßnahme schon vor langer Zeit hätte durchgeführt werden müssen. Aber es gab wohl starke Mächte, die das nicht zugelassen haben." "Es ist ein unglaubliches Gefühl. Mein Eindruck ist, dass Istanbul wieder neu erobert wurde. Dass ich das erleben darf, rührt mich zu Tränen. Es fühlt sich an wie an einem heiligen Ort, wie Mekka oder Medina." Die Hagia Sophia wurde im sechsten Jahrhundert unter byzantinischer Herrschaft als christliche Kirche errichtet. Nachdem die Osmanen im 15. Jahrhundert die Stadt Konstantinopel - das heutige Istanbul - erobert hatten, wurde sie als Moschee genutzt und unter anderem um die vier Minarett-Türme erweitert. Atatürk, der die Trennung von Kirche und Staat betrieb, ließ das Bauwerk 1934 in ein Museum umwidmen und öffnete es so für alle. Die Hagia Sophia war 2019 mit über 3,7 Millionen Besuchern die größte Touristenattraktion der Türkei.
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Das höchste Verwaltungsgericht der Türkei urteilte am Freitag, dass die Umwandlung des Bauwerks in ein Museum durch den Staatsgründer der modernen Türkei Mustafa Kemal Atatürk unrechtmäßig gewesen sei.

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