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Video Hingucker der Frankfurter Buchmesse - "Blaue Frau" und ein rechter Verlag

Weniger Aussteller, weniger Publikum, viel Platz auf den Gängen und beim Reden hat man die Maske auf - so sieht sie aus, die pandemiekonforme Neuausgabe der Frankfurter Buchmesse. Vom 20. bis 24. Oktober können Bücherfans in die Räumlichkeiten der Messe gelangen und durch die neusten Exemplare des Büchermarktes stöbern. Der Hingucker in diesem Jahr: "Blaue Frau" von der frisch gebackenen Gewinnerin des Deutschen Buchpreises Antje Ravik Strubel. "Ich freue mich wahnsinnig über diesen Preis. Ich schreibe ja nun schon seit einigen Jahren, das ist mein neunter Roman, und plötzlich kommt noch mal eine ganz andere Aufmerksamkeit dazu. Nicht nur für dieses Buch, sondern auch für die anderen Bücher, die ich bisher geschrieben habe. Und von daher ist das einfach eine echt eine große Sache." "Blaue Frau" handelt von der Geschichte einer jungen Frau aus Tschechien, die in ihrem Leben an mehreren Orten Europas lebt und währenddessen Missbrauch und emotionale Irrwege erlebt. Das Buch erzählt aufwühlend von den ungleichen Voraussetzungen der Liebe, den Abgründen Europas und davon, wie wir das Ungeheuerliche zur Normalität machen. Ein Segen, dass in diesem Jahr wieder Menschen auf die Buchmesse dürfen und über ihr Buch reden können. "Es ist total schön, und es ist sehr wichtig. Gerade bei Literatur. Das funktioniert ja nicht einfach immer nur mit diesen inszenierten Verabredungen bei Zoom, sondern es ist ja so: Man sitzt zusammen, trinkt einen Kaffee oder trinkt einen Wein und redet einfach über Bücher. Und das ist im persönlichen Gespräch immer viel lockerer. Auf der Messe trifft man sich einfach auch so, ohne sich vorher zu verabreden. Das ist wichtig, dass auch ausländische Verlage von deutschen Büchern erfahren oder dass wir als Autor:innen uns sehen können. Es ist ein ganz anderes Gefühl. Es ist sehr schön." Pandemiebedingt stellen nur 2000 Verlage aus, nicht mehr als 25.000 Besucher dürfen pro Tag auf das Gelände - immerhin, finden die Besucherinnen und Besucher. "Ich finde es schon insofern wichtig, auch wenn die Gänge sehr leer sind im Vergleich zu sonst, es ist es eine ganz andere Atmosphäre. Aber die Präsenz zeigen, und es wird darüber gesprochen und es kommt wieder in den Fokus mehr. Also zwei Jahre hintereinander gar nicht vertreten, würde ich ziemlich schlimm finden." "Also im Vergleich zu dem letzten Mal ist es natürlich super wenig. Und man merkt ja auch, weniger Verlage sind da, aber es ist ein Zeichen, dass es hoffentlich wieder besser durchstarten kann, denke ich." Bereits vor der offiziellen Eröffnung am Dienstagabend führte die erneute Teilnahme rechter Verlage zu einer Kontroverse. Wegen der Teilnahme des Verlags "Jungeuropa", dessen Verleger Philipp Stein Medienberichten zufolge als Rechtsextremist bekannt ist und Teil des ins Visier des Verfassungsschutzs geratenen neurechten Netzwerks "Ein Prozent" sein soll, sagte die Aktivistin Jasmina Kuhnke, die auf der Buchmesse ihr Debüt "Schwarzes Herz" vorstellen wollte, ihren Auftritt ab. Passend dazu lautet die diesjährige Leitfrage der Messe: "Wie wollen wir leben?"
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Das Buch der Gewinnerin des Deutschen Buchpreises Antje Ravik Strubel und der rechte Verlag von Philipp Stein sorgen in diesem Jahr für Aufsehen.

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