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Video Hohe Corona-Dunkelziffer in Kupferzell

Mitte Mai war ein Team des Robert-Koch-Instituts in die Gemeinde Kupferzell in Baden-Württemberg gereist, um den Geheimnissen des neuartigen Coronavirus auf die Spur zu kommen. Kupferzell mit seinen mehr als 6000 Einwohnern war damals ein Covid 19-Hotspot. Der erste Fall war am 8. März gemeldet worden, zu Beginn der Studie gab es 111 gemeldete Fälle. Im Zuge der Studie wurden mehr als 2200 Erwachsene aus der Gemeinde eingeladen, sich testen zu lassen. Es gab Blutentnahmen, Rachenabstriche und Befragungen. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden am Freitag in Kupferzell vorgestellt. Eine wichtige Erkenntnis: Es hat eine hohe Dunkelziffer bei den Corona-Infektionen gegeben.Kapp acht Prozent der Einwohner der Gemeinde hätten Antikörper gegen das Virus im Blut gehabt, sagte die Leiterin der RKI-Studie, Claudia Santos-Hövener: "Bezogen auf die zum Studienstart vom Gesundheitsamt registrierten Fälle bei Erwachsenen und ausgehend von einer Seroprävalenz von 7,7 Prozent im Rahmen der Studie waren in Kupferzell etwas mehr als 3,9 mal mehr Infektionen als bisher bekannt zu verzeichnen." Die Studie in Kupferzell ergab ferner, dass 83 Prozent der Menschen mit Antikörpern in der Vergangenheit Symptome der Krankheit gezeigt hätten. Umgekehrt waren also nur rund 17 Prozent ohne Symptome. "Die Ergebnisse der Studie machen zudem deutlich, dass bei 28,2 Prozent der erwachsenen EinwohnerInnen und Einwohner Kupferzells, die nach eigenen Angaben bereits vor der Studie positiv auf SARS Cov 2 getestet wurden, keine IGG-Antikörper nachgewiesen werden können." Dies bedeute jedoch nicht zwangsläufig, dass keine Immunität bestehe, hieß es. Hierzu fehlten noch weitere Erkenntnisse. Insgesamt habe sich bestätigt, dass Hygieneregeln und Abstand halten auch in Kupferzell gewirkt hätten und das Virus eingedämmt wurde, hieß es. Während der Studie seien keine neuen akuten Infektionen entdeckt worden.
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In der Gemeinde Kupferzell in Baden-Württemberg haben sich fast viermal mehr Einwohner mit dem Coronavirus infiziert als bisher bekannt. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie des Robert-Koch-Instituts.

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