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Video Hongkong: Verleger Jimmy Lai zu Gefängnisstrafe verurteilt

Am Freitag verließ das Anwalts-Team von Hongkongs Verleger Jimmy Lai wortlos das Gerichtsgebäude. Ihr Mandant, hier in Archiv-Aufnahmen, wurde zuvor von einem Gericht in der chinesischen Sonderverwaltungszone zu über einem Jahr Gefängnis verurteilt. Der Verleger wurde schuldig befunden, mehrere sogenannte „unerlaubte Versammlungen" organisiert zu haben, darunter eine der größten Demonstrationen der Demokratie-Bewegung in der Millionenmetropole überhaupt. Der langjährige Anhänger der Demokratie-Bewegung Albert Ho sagte zu dem Urteil am Freitag in Hongkong: "Wir sind heute sehr geschockt und enttäuscht über die Maßstäbe und die Ansichten, die der Richter bei der Bemessung der Haftstrafe angesetzt hat. Denn es handelte sich um friedliche und ruhige Versammlungen, die geordnet abliefen und sich im Rahmen des internationalen Rechts sowie der Bill of Rights-Verordnung bewegten. So etwas sollte respektiert werden." Der 73-jährige Jimmy Lai war in der Vergangenheit bereits mehrfach festgenommen, aber nie zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Der 82-jährige Martin Lee hingegen, der auch "Vater der Demokratie" genannt wird, erhielt elf Monate Haft, die jedoch zur Bewährung ausgesetzt wurden. Unter dem Schlagwort "Ein Land, zwei Systeme" hatte die Regierung in Peking bei der Rückgabe Hongkongs an China Ende der 90er Jahre zugesichert, dass die dortigen Bürger für 50 Jahre Grundfreiheiten genießen, die Festland-Chinesen nicht haben. Doch durch die jüngsten Sicherheitsgesetze in der Sonderverwaltungszone wurden bereits zahlreiche Menschenrechte extrem beschnitten.
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Der 73-jährige Anhänger der Demokratie-Bewegung war in der Vergangenheit bereits mehrfach festgenommen, aber nie zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden.

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