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Video Hongkonger Behörden zensieren Bücher

Nach Verabschiedung des Sicherheitsgesetzes für Hongkong werden in der Sonderverwaltungszone pro-demokratische Bücher zensiert. Werke des jungen Aktivisten Joshua Wong oder der Politikerin Tanya Chan sind in den Bibliotheken der Stadt nicht mehr erhältlich. Medienberichten zufolge wolle Hongkongs Kulturbehörde prüfen, ob die Bücher gegen das Gesetz verstoßen. O-TON PETER CHAN, ANWOHNER: "Der Grund dafür ist die Umsetzung des Sicherheitsgesetzes, so viel steht fest. Das ist nur der Anfang. Ich denke, dass die politische Unterdrückung noch zunehmen wird." O-TON TERRENCE CHUNG, ANWOHNER: "Die Redefreiheit hier nähert sich immer weiter der von China an. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass diese Bücher wieder in den Bibliotheken erhältlich sein werden. Wenn die Leute sie lesen wollen, müssen sie sie in kleinen unabhängigen Buchläden kaufen." Die Inhalte des Ende Juni verabschiedeten Sicherheitsgesetzes waren erst in der Nacht zum Mittwoch bekanntgegeben worden. Das Gesetz sieht vor, dass Unabhängigkeitsbestrebungen, Subversion und Terrorismus mit bis zu lebenslanger Haftstrafe geahndet werden können. Joshua Wong, der Anführer der Demokratiebewegung, fand deutliche Worte für das Gesetz. O-Ton JOSHUA WONG, AKTIVIST: "Wir hoffen noch immer, dass wir mehr Leute ermutigen können, sich der Demokratiebewegung anzuschließen. Auch wenn sie mein Buch aus den Büchereien entfernt haben, können sie die Stimme der Hongkonger nicht ignorieren und zum Schweigen bringen. Dank dem Glauben der Hongkonger und ihrem Kampf für die Freiheit werden wir niemals aufgeben und uns Peking ergeben." Erst am Freitag hatten die Behörden den Wahlspruch der Demokratiebewegung "Liberate Hong Kong. Revolution of our times" verboten. Um gegen die Zensur zu protestieren, hielten Demonstranten weiße Pappschilder hoch. Bürgerrechtler und ausländische Regierungen werfen der Führung in Peking vor, mit dem neuen Gesetz Widerspruch unterdrücken zu wollen. Zudem untergrabe es die Freiheiten, die der früheren britischen Kronkolonie mit der Übergabe an China 1997 garantiert worden waren. Die Regierungen in Hongkong und Peking weisen diese Vorwürfe zurück.
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In den Bibliotheken sind Werke pro-demokratischer Autoren nicht mehr erhältlich.

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