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Video Lithium vom Rhein für E-Autos

Die wachsende Zahl von Elektroautos könnte einem exotisch anmutenden Projekt am Oberrhein zum Durchbruch verhelfen. Wenn der Unternehmer Horst Kreuter Recht hat, müsste der für die Batterien der E-Autos nötige Rohstoff Lithium nicht länger aus fernen Regionen Südamerikas oder Australiens herangeschafft werden, sondern könnte aus Thermalwasser in der Tiefe des Oberrheingrabens gewonnen werden. Kreuter, Mitgründer des Unternehmens Vulcan Energy Resources, sieht in dem geologisch aktiven Gebiet im Südwesten Deutschlands das größte Lithium-Reservoir in Europa. Nach Schätzungen von Geologen birgt die Region genug Lithium für mehr als 400 Millionen Elektroautos. Kreuters Unternehmen arbeitet seit längerem darauf hin, diesen Schatz zu heben. "Das Verfahren, das wir hier einsetzen, um das Lithium zu gewinnen, wird 'Direkte Lithium Extraktion' genannt. Es wird in Südamerika schon seit 20 Jahren eingesetzt für die Verhältnisse dort. Wir hier haben andere Zusammensetzungen im Thermalwasser. Wir müssen dieses Verfahren also an unsere lokale Situation anpassen. Wobei unsere lokale Situation hier im Oberrheingraben wesentlich besser ist. Wir haben wesentlich weniger Inhaltsstoffe im Thermalwasser als an anderen Orten." Bis 2024 könnten in zwei Anlagen 15.000 Tonnen Lithium-Hydroxid im Jahr gewonnen werden. In der zweiten Phase ab 2025 plant die Firma drei weitere Anlagen für ein Volumen von 40.000 Tonnen. Das wäre genug Lithium für die Batteriezellen von einer Million E-Autos. Die Investitionen belaufen sich laut Kreuter auf 1,7 Milliarden Euro. Auch der Energieversorger EnBW prüft, ob sich mit Lithium Geld verdienen lässt. Denn der begehrte Stoff könnte als lukratives Nebenprodukt eines Geothermie-Kraftwerks in Bruchsal anfallen. Projektleiter Thomas Kölbel: "Wir haben in Laborversuchen zeigen können, zusammen mit unseren Partnern, dass die Technologie im Labor sehr gut funktioniert. Ob sie aber den harten Bedingungen der Geothermie, einem Kraftwerk in Betrieb standhalten kann, das muss sich erst noch beweisen. Und der letzte Schritt ist dann eben auch darauf zu gucken: Was kostet denn das Kilo Lithium am Ende? Und dann bliebe aber auch, wenn das einen Erfolg hat, das Projekt - und das würden wir uns natürlich wünschen und das Team arbeitet engagiert darauf hin - dann kann ich mir sehr gut vorstellen, dass weitere Geothermie Anlagen am Oberrhein auch Lithium produzieren werden." Das potentielle Produktionsvolumen schätzt die EnBW auf 900 Tonnen Lithiumsalz im Jahr, was für 20.000 Batterien reicht. Gespräche mit potentiellen Kunden aus der Industrie und mit Batterieherstellern laufen schon. So verfolgt etwa der Autohersteller Daimler interessiert die Tätigkeiten am Oberrhein.
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Ein Unternehmen will den Rohstoff aus Thermalwasser am Oberrhein gewinnen.

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