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Video Londoner Essenslieferanten streiken

Diese Londoner Essenslieferanten von Deliveroo bestätigen, was Kritiker der sogenannten Gig-Economy schon lange kritisieren: das Geschäftsmodell baue auf der unfairen Behandlung der Dienstleister auf. Fahrerin Kerry Hargadon sagt: „Wir fordern Rechte, Respekt und faire Bezahlung. Deliveroo könnte an der Börse mit Billionen Pfund bewertet werden, während wir oft weit unter dem Mindestlohn verdienen, manchmal zwei Pfund die Stunde, für unsere Arbeit, mit der wir diese Firma am Laufen halten. Also wollen wir eine Gegenleistung, also Bezahlung, die für die Arbeit und das Risiko, das wir eingehen, angemessen ist." Mit hunderten ihrer Kollegen protestierte Kerry am Mittwoch vor der Firmenzentrale in London. Bei der Gig-Economy, auch als Plattformwirtschaft bekannt, wird meist nur nach dem jeweiligen Einsatz bezahlt, und oft müssen diejenigen, die die Leistung erbringen, ihre eigene Infrastruktur stellen. Lieferanten von Deliveroo etwa, werden nicht pro Stunde, sondern pro ausgefahrener Bestellung bezahlt und bringen ihr eigenes Fahrzeug mit. "Unser Arbeitsplatz ist die Straße, wir sind dort, wo unsere Kunden wohnen, und das hat seine Risiken. (SCHNITT) Und es gibt keine Anerkennung für diese Risiken, die wir eingehen. Dann manchmal absolut nichts bezahlt zu bekommen, zieht einen echt runter." Hargadons Mitstreiter, der seinen Namen nicht nennen will, sagt: "Ich arbeite seit sieben Jahren für Deliveroo, und meiner Erfahrung nach haben wir absolut kein Recht irgendwas zu sagen, wenn es Probleme mit einem Kunden gab, einfach kein Recht, und obendrein haben wir absolut kein Recht mit Deliveroo über die Bezahlung zu streiten." In der vergangenen Woche war das Unternehmen an die Börse gegangen, hatte dabei allerdings ein desaströses Debüt hingelegt. Analysten urteilten, dass die Sorge der Anleger über die Arbeitsbedingungen des Unternehmens einen Einfluss auf den Börsenstart gehabt haben könnte. Ausgerechnet am Tag der Demonstration zog der Aktienpreis dank Kleinanlegern jedoch wieder leicht an.
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Fahrer für die Liefer-App Deliveroo fordern fairere Bezahlung und mehr Respekt von einem Unternehmen, dessen Geschäftsmodell auf den Prinzipien der Gig-Economy basiert.

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