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Video Mauna Loa lockt Kameramann zurück aus dem Ruhestand

STORY: Es sind faszinierende Bilder, die derzeit vom Mauna Loa auf Hawaii um die Welt gehen. Der größte aktive Vulkan der Welt spuckt nach fast 40 Jahren Ruhepause wieder Lava. Und das so schön, dass der Kameramann Mick Kalber einfach nicht anders konnte, als sich nochmal seine Kamera zu schnappen. Der 74-Jährige war eigentlich schon in Rente. Einer der letzten Vulkanausbrüche, die er filmte, war am benachbarten Kilauea 2018. "Das hier war nötig, um mich aus dem Ruhestand zu holen. Ich habe die letzten zwei Jahre im Garten gearbeitet. Die Eruption 2018 war verheerend. Es war so krass. Wissen Sie, ich bin jeden Tag um drei Uhr morgens aufgestanden, dann heißt es drehen, nach Hause fahren, schneiden, essen, ins Bett gehen, aufstehen. Jeden Tag. Und damals war ich 70." Seit fast 40 Jahren dokumentiert Kalber Vulkanausbrüche auf Hawaii. Seine spektakulären Aufnahmen macht er vom Helikopter aus. Wie fühlt es sich an, über glühende Krater zu fliegen? "Wir fliegen in einem Gerät, das mit Jet-Treibstoff betankt ist. Wenn wir in diesem Zeug runtergehen, sind wir Toast. Es gibt also eine Menge verschiedener Dinge, die einem durch den Kopf gehen. Aber da ich ein Kameramann bin, bin ich zum Glück abgelenkt und denke über Fokus und Bildausschnitt und all die anderen Dinge nach. So bin ich ein wenig von der wirklichen Gefahr, die von dem, was da passiert, ausgeht, abgekoppelt." Aber was begeistert Kalber so an diesem Inferno? "Es ist eine Art Mikrokosmos des Lebens selbst. Es hat all diese Elemente und ist übrigens die einzige Naturgewalt, die sowohl zerstörerisch als auch kreativ ist. Wissen Sie, ein Hurrikan zerstört einfach, ein Tsunami zerstört einfach, ein Feuer auch. Aber hier wird neues Land aufgebaut. Ein großer Teil der Erdoberfläche hier - 90 Prozent oder so - ist durch Vulkane entstanden." Die Urgewalt des Mauna Loa lockt derzeit auch viele Schaulustige an. Touristen ebenso, wie die Einwohner von Big Island. Einige von ihnen versammelten sich am Samstag zu einer Zeremonie für die hawaiianische Göttin Pele. In der Hoffnung, den Mauna Loa zu besänftigen.
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Mick Kalber dokumentiert seit fast 40 Jahren Vulkanausbrüche auf Hawaii. So lange, wie der weltgrößte aktive Vulkan geschlafen hat. Die spektakuläre Mauna-Loa-Eruption wollte sich der 74-Jährige nicht entgehen lassen.

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