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Video Merkel mahnt Europa in Coronakrise zur Einheit

Ihre erste Auslandsreise seit dem Corona-Lockdown im März führte Angela Merkel am Mittwoch nach Brüssel, ins Herz der Europäischen Demokratie, wie die Bundeskanzlerin erklärte. Vor dem Europäischen Parlament erläuterte sie die Pläne der deutschen EU-Ratspräsidentschaft. Im Mittelpunkt: Die Überwindung der Corona-Pandemie und ihrer wirtschaftlichen Folgen. "Die weltweite Coronavirus-Pandemie hat auch in Europa Menschen hart und unerbittlich getroffen. Wir haben über 100 000 Tote allein in Europa zu beklagen." - SCHNITT - "Das darf nicht vergessen werden, bei allem Einsatz für den Neuanfang, bei allem Engagement für die ökonomische Erholung: Die Trauer um die Toten. Der Schmerz über die unmöglichen Abschiede. Das wird uns noch lange begleiten." - SCHNITT- "Aber ich bin zuversichtlich. Denken Sie an das, was Europa schon an Prüfungen und Konflikten bestanden hat. Denken Sie etwa an die gescheiterte Verfassung für Europa vor 15 Jahren oder an die Wirtschafts- und Finanzkrisen, über die wir hart gestritten haben. Oder denken Sie an die Flüchtlingsbewegungen vor fünf Jahren. Das war nie leicht. Das hat auch immer zu Verletzungen geführt. Aber auch die bittersten Krisen haben geholfen, die Nöte und Bedürfnisse des jeweils anderen besser zu verstehen. Wir haben miteinander gelernt. Europa hat all diese Krisen überstanden, weil am Ende allen bewusst war, was unverzichtbar ist. Die Grundrechte und der Zusammenhalt." - SCHNITT - "Europa wird nach der Krise stärker werden als zuvor, wenn wir den Gemeinsinn stärken. Allein kommt niemand durch diese Krise. Wir alle sind verwundbar. Europäische Solidarität ist nicht einfach nur eine humane Geste, sondern eine nachhaltige Investition." - SCHNITT - "Unser gemeinsames Ziel ist es, eine möglichst rasche Einigung zu finden. Denn die Tiefe des wirtschaftlichen Einbruchs mahnt uns zur Eile. Wir dürfen keine Zeit verlieren. Darunter würden nur die Schwächsten leiden. Ich hoffe sehr, dass wir noch in diesem Sommer zu einer übereinkunft gelangen können. Das wird noch viel Kompromissbereitschaft von allen Seiten erfordern, auch von Ihnen." Am 17. Juli wollen die 27 EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel versuchen, einen Einigung auf das rund 1,7 Billionen Euro umfassende Finanzpaket bis 2027 zu erreichen.
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"Wir sind alle verwundbar", sagte die Bundeskanzlerin in ihrer Rede vor dem Europäischen Parlament. Zugleich drängte sie auf eine Einigung in EU-Finanzfragen noch im Sommer.

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