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Video Missbrauchsopfer: Auch die Politik ist gefordert

Sie fordern Aufklärung. Zahlreiche Männer, die als Kinder Missbrauchsopfer von kirchlichen Würdenträgern wurden, haben am Mittwoch vor dem Kölner Dom protestiert. Dazu Matthias Katsch, selbst Missbrauchsopfer und Organisator des sogenannten Eckigen Tisches. "Ich glaube, es ist tatsächlich ein besonderer Tag, weil wir ein Aktionsbündnis zum ersten Mal erlebt haben, unter Corona-Bedingungen natürlich, von betroffenen Initiativen aus ganz Deutschland, die sich zusammengefunden haben, um der Politik zu sagen, hier am Beispiel Köln, Ihr dürft die Kirche bei der Aufarbeitung nicht alleine lassen. Ihr müsst euch einmischen, am besten mit einer Wahrheitskommission. Und das ist der Appell, den wir hier versuchen auszusenden." Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki steht derzeit im Mittelpunkt von Kritik, die Aufarbeitung von kirchlichem Missbrauch zu verschleppen und verschleiern. Er soll ein Gutachten über den Missbrauch in der Kirche zurückhalten, berichten Medien. Seit Dezember befasst sich auch der Vatikan mit der Causa. Konkret soll Woelki einen Fall von schwerem sexuellen Missbrauch nicht nach Rom gemeldet haben, gleichwohl Papst Franziskus bereits 2019 eine solche Meldepflicht eingeführt hatte. Parallel zu den Protesten kommt die Deutsche Bischofskonferenz - coronabedingt virtuell - zu ihrer Frühjahrstagung zusammen. Ein Schwerpunkt der Versammlung ist das Themenfeld "Aufklärung und Aufarbeitung". Hier endlich Transparenz zu schaffen wäre dringend notwendig. Denn der schleppende Umgang der katholischen Kirche mit dem Thema Missbrauch könnte ein Grund für die sich derzeit häufenden Kirchenaustritte sein.
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Missbrauchsopfer fordern in Köln Aufklärung von sexuellem Mißbrauch in der katholischen Kirche.

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