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Video Moria: Seehofer kritisiert andere EU-Länder

Die griechische Polizei hat eigenen Angaben zufolge sechs Personen festgenommen, die für die Brände in dem ehemaligen Geflüchtetenlager Moria verantwortlich sein sollen. Das Camp mit rund 13.000 Bewohnern war vergangenen Dienstag fast vollständig abgebrannt. Seitdem verweilen die Menschen auf mehreren Inseln sowie dem Festland Griechenlands. Tausende durch den Brand obdachlos gewordene Menschen weigern sich in neuen Camps zu gehen, weil sie dort ein ähnliches Schicksal vermuten wie in Moria - eine mehrjährige Unterkunft ohne Aussicht auf Asyl in einem europäischen Land. Die Bundesregierung hat sich am Dienstag bereiterklärt, 1553 Menschen aus 408 Familien von den griechischen Inseln aufzunehmen. Eine europäische Lösung gibt es noch nicht. Bundesinnenminister Horst Seehofer sagte am Dienstagabend in Berlin: "Die Rückmeldung ist schlicht und einfach: Die Diskussion, die ihr in Deutschland führt, haben wir bei uns nicht. Darum habe ich ja immer die Sorge in den letzten Tagen gehabt, dass die Art und Weise, wie manche hier diskutieren, dazu führen könnte, dass das gemeinsame europäische Asylrecht in Gefahr ist, weil die Leute sagen, andere Länder sagen, wenn es eng wird, handelt hier sowieso. Und wenn es eng wird, dann wollt ihr mit der Moralkeule uns zwingen, irgendwo mitzumachen." Wenn die EU nicht handle, so Seehofer, würden in Zukunft immer wieder Situationen wie in Moria entstehen. Der EU-Ratsvorsitzende Charles Michel bezeichnete die Migration bei einem Besuch in der griechischen Hauptstadt als Herausforderung für die Europäische Union. Nach dem Brand in Moria fürchtet die griechische Regierung in Athen indessen, dass weitere Lager angezündet werden könnten, da sich Bewohner dadurch bessere Chancen erhoffen, auf das griechische Festland gebracht oder von anderen EU-Staaten aufgenommen zu werden. Nicht viele EU-Länder haben sich dazu bisher bereiterklärt.
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Die griechischen Behörden haben indessen auf Lesbos sechs Personen festgenommen, die für die Brände im ehemaligen Geflüchtetenlager verantwortlich sein sollen.

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