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Video Proteste gegen die Regierung in Tunis

In der tunesischen Hauptstadt Tunis haben Bereitschaftspolizisten mit Wasserkanonen und Barrikaden den Marsch von mehreren Hundert Demonstrierenden auf das Parlament gestoppt. Es handelte sich um den größten Protest gegen Ungleichheit, Armut und Perspektivlosigkeit seit Jahresanfang, als man an den 10. Jahrestag der tunesischen Revolution von 2011 erinnerte. Für die Menschen, die hier teils wütend in der Menge stehen, hat sich seitdem wenig bis gar nichts geändert: „Heute, zehn Jahre nach der sogenannten Revolution, haben wir dieselben Forderungen, dieselben Slogans. Dies ist der Beweis, dass die sogenannte Revolution nicht stattgefunden hat. Heute sind wir hier, um daran zu erinnern." „Wir sind heute hier, um gegen das herrschende System zu protestieren, gegen Unterdrückung, Ungleichheit und Korruption. Sie haben Berechnungen und Anpassungen gemacht, aber nur zum Nutzen ihrer Macht." Im Parlament debattierten die Abgeordneten über eine umstrittene Regierungsumbildung. Premierminister Hichem Mechichi sagte, dass die Proteste legitim seien und die Regierung auf die wütende Jugend hören werde. Mechichi hatte 11 neue Minister ernannt, die Präsident Kais Salied am Montag aber ablehnte. Er kritisierte die geringe Anzahl an Frauen und, dass einige Minister vermutlich mit Korruption in Verbindung gebracht würden. 2011 waren Proteste im tunesischen Sidi Bouzid eine der Initialzündungen des Arabischen Frühlings. In mehreren Staaten kam es daraufhin zu Massenkundgebungen gegen autokratische Regierungen und Forderungen nach mehr Demokratie.
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Für viele Demonstrierende hat sich seit dem arabischen Frühling 2011 nicht viel verändert. Die Forderungen sind dieselben.

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