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Video RKI korrigiert sich: Doch keine Hoffnung auf Impfstoff im Herbst

Verwirrung in Sachen Impfstoff hierzulande: Das Robert-Koch-Institut (RKI), hier Archivbilder, hat sich am Mittwochabend korrigiert: Man halte im Unterschied zu eigenen Verlautbarungen im Laufe des Mittwoches den Einsatz eines Impfstoffs gegen das Coronavirus im Herbst dieses Jahres nun doch nicht für möglich. Man habe versehentlich eine ältere Version eines Strategiepapiers online gestellt, die inzwischen mehrfach überarbeitet worden sei. Am Dienstag hatte Russlands Präsident Wladimir Putin verkündet, - hier Bilder eines russischen Staatsfonds - in seinem Land werde der erste Impfstoff gegen das Corona-Virus zugelassen. Er hoffe, dass die Massenproduktion bald gestartet werden könne. Der Impfstoff war damit nach weniger als zwei Monaten Erprobung an Menschen zugelassen worden. Mit Bezug auf den erfolgreichen ersten Start eines Satelliten vor 63 Jahren soll der Impfstoff laut russischen Offiziellen auch "Sputnik" heißen. Das Paul-Ehrlich-Institut, das in Deutschland für die Zulassung von Impfstoffen zuständig ist, hat die russische Zulassung eines Corona-Impfstoffs kritisiert. Instituts-Präsident Klaus Cichutek sagte dazu am Mittwoch in Langen: O-TON KLAUS CICHUTEK, PRÄSIDENT DES PAUL-EHRLICH-INSTITUS ("Aus Sicht des Paul-Ehrlich-Instituts sind zwei Dinge zu bemängeln bei der Zulassung eines Covid-19-Impfstoffs in Russland. Nummer eins: Es fehlt an Transparenz. Üblich ist es schon, über die Ergebnisse der Phase-1-Studien entweder in der Presse zu hören oder wissenschaftliche Publikationen zu haben. Nummer zwei: Wir bemängeln, dass aus unserer Sicht keine klinischen Prüfungen zur Ermittlung der Arzneimittelsicherheit und der Wirksa Nemkeit an mehreren Tausend Probanden durchgeführt wurden. Das ist üblich, dass solche größeren Studien da sind, um auch im Bereich von eins zu tausend, also weniger häufige, seltene oder gelegentliche Nebenwirkungen abzuprüfen, was eine wirklich wichtige Voraussetzung für die Zulassung ist. Wichtig ist aber auch tatsächlich die Wirksamkeitsermittlung über die reine Fähigkeit des Impfstoffs, eine Immunreaktion hervorzurufen, hinaus.") Cichutek kritisierte damit vor allem den Umstand, dass die russische Zulassung vor dem Abschluss der dritten Testphase des Impfstoffs erfolgt war. Diese dauert normalerweise mehrere Monate und umfasst mehrere Tausend Versuchspersonen. In Deutschland seien bisher zwei klinische Prüfungen genehmigt. Die Entwicklung komme damit auch hierzulande gut voran, ebenso weltweit. Man gehe davon aus, dass man mehrere Impfstoffe brauche, mit unterschiedlichen Wirkmechanismen.
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Am Dienstag hatte Russlands Präsident Wladimir Putin verkündet, in seinem Land werde der erste Impfstoff gegen das Corona-Virus zugelassen.

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