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Video Thüringer Landkreis kämpft mit mehr als 500 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner

Willkommen in Hildburghausen im Süden Thüringens. Der Landkreis kämpft mit mehr als 600 Infektionen pro 100.000 Einwohner. Der berühmt berüchtigte Inzidenzwert, er ist hier der derzeit höchste im ganzen Land. Deswegen gelten in Hildburghausen zeitliche Ausgangsbeschränkungen. Schulen und Kitas sind geschlossen. Teile der Bevölkerung wehren sich dagegen. Am Mittwoch kam es in der Innenstadt zu nicht angemeldeten Protesten. Im Netz war anonym dazu aufgerufen worden. Die Polizei schritt ein. Hildburghausens Bürgermeister Tilo Kummer von der Partei Die Linke beschreibt die Lage: "Wenn dann an einem Tag 65 neue Fälle in einem Pflegeheim gemeldet werden, macht das die Brisanz der aktuellen Situation deutlich. Und wenn ich dann noch gestern Abend eine Demonstration hier habe, die nicht als Versammlung angemeldet ist, wo aber trotzdem mehrere hundert Menschen auf dem Markt in Hildburghausen unterwegs waren, gegen das Ausgangsverbot dort verstoßen haben, zum Teil auch ohne Maske rumgelaufen sind, dann ist meine Sorge, dass immer noch sehr viele Kontakte stattfinden, weil Leute einfach sagen: nein, ich glaub, das nicht, ich sehe die Gefahr nicht. Die ist dann eben da, dass wir eben noch zu schärferen Maßnahmen greifen müssen, um das Geschehen wieder in den Griff zu kriegen." Kummer geht davon aus, dass es weiter zu ähnlichen Aktionen kommen wird. Im Netz seien diese bereits angekündigt worden. In der Bevölkerung regt sich also Widerstand. Auf Nachfrage äußerten sich Einwohner und Gewerbetreibende am Donnerstag aber durchweg verständnisvoll. "Wir sind zufrieden, auch mit den Maßnahmen. Also, die Stadt hat schon dafür gesorgt, dass zum Beispiel wenn der Markt stattfindet, sie sehen ja Riesenabstände zwischen den Ständen. Die Leute sind wirklich hoch diszipliniert." "Die drei Kinder sind alle woanders, so ist man Weihnachten allein. Aber das finde ich in Ordnung. Besser als wenn wir uns treffen würden und dann ist wieder nach Weihnachten Theater." "Ein bisschen komisches Gefühl ist es schon. Zum Beispiel gestern Abend war eine nicht angekündigte Demonstration. Da habe ich auch gedacht: Sind denn die noch alle ganz richtig. Da muss man sich schon fragen, was da los ist." Nach den Ereignissen hier in Hildburghausen hatte Thüringens Ministerpräsident Ramelow am Mittwoch - im Falle erneuter Proteste und Missachtungen der Hygieneregeln - noch strengere Ausgangsbeschränkungen in Aussicht gestellt.
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In Hildburghausen gelten bereits Ausgangsbeschränkungen, Schulen und Kindergärten sind geschlossen. In der Bevölkerung regt sich Widerstand. Der Bürgermeister vermutet, dass ein zunächst leichtfertiger Umgang mit der Pandemie zu den hohen Zahlen geführt hat.

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