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Video Über den DOSB zu Olympia: Iranerin Kimia Alizadeh will als Geflüchtete antreten

Es habe ihr Leben verändert, doch nun sei Taekwondo ihr Job, sagt Kimia Alizadeh, eine iranische Taekwondo-Sportlerin, die in Deutschland vor kurzem den Status als Geflüchtete erhalten hat. "Hi I am Kimia Alizadeh." Bei den Olympischen Spielen in Tokio will die 22-Jährige unter neutraler Flagge beim olympischen Geflüchteten-Team antreten. "Im Iran war ich die erste Athletin, die erste Frau im Taekwondo und ich habe die Bronze-Medaille bei den Weltmeisterschaften und den Olympischen Spielen 2016 gewonnen. Da habe ich mir gesagt, ich bin jemand, der Dinge tut, die niemand tut. Ich denke, das war meine Motivation." Im vergangenen Jahr war sie zusammen mit ihrem Mann Hamed Madanchi aus dem Iran nach Deutschland emigriert, auch aus Protest gegen das Regime. In einem Interview sagte sie mal, dass sie eine von Millionen unterdrückten Frauen im Iran sei, mit denen sie seit Jahren spiele. An Heuchelei, Korruption und Lügen habe sie sich nicht beteiligen wollen. Den Offiziellen warf sie Ausbeutung und Sexismus vor. Iranische Athletinnen würden gedemütigt und ausgenutzt. Zudem sei sie es Leid gewesen, als Propaganda-Instrument benutzt worden zu sein. Das habe ihre Leistung nach ihren Erfolgen von 2016 beeinträchtigt. "Wenn ihr Geist ruhig ist und Sie nichts im Kopf haben, können Sie viel besser trainieren. Du kannst dich auf deinen Wettkampf und das Training fokussieren. Jetzt ist alles in Ordnung. Das Wichtigste ist, dass ich jetzt mein Privatleben und mein Sportleben zusammen haben kann, das ist ein wichtiger Punkt." Ihr Mann sei dabei entscheidend. Im vergangenen Jahr ist sie mit ihm ins bayerische Aschaffenburg gezogen. Er helfe ihr nicht nur beim Training, sondern auch um den Kopf freizukriegen und sie in schwierigen Phasen zu motivieren. "Ich hatte sehr harte Tage und dieses Jahr war sehr schwer für uns wegen der Einwanderung. Aber er hilft mir sehr und motiviert mich, weiterzumachen und wenn ich hinfalle, sagt er, nicht aufgeben! Weitermachen!" Im Februar wurde Alizadehs Status als Geflüchtete anerkannt. Damit erhält die Taekwondo-Kämpferin nun die Chance, beim europäischen Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele im Mai in Sofia anzutreten. Sobald Alizadeh ihren Geflüchtetenpass erhalten und an den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) weitergeleitet hat, kann dieser beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) die Aufnahme ins olympische Geflüchtetenteam beantragen. Dies würde eine finanzielle Unterstützung der jungen Sportlerin bedeuten. Eine Entscheidung darüber fällt im Juni. Bis dahin heißt es trainieren und den Kopf freihalten.
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Die 22-jährige Bronzemedaillen-Gewinnerin von 2016 will nicht nochmal für ihr Heimatland antreten. Politische Gründe seien ausschlaggebend für ihre Entscheidung gewesen.

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