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Video Wegen Corona-Quarantäne: Ausschreitungen in Göttingen

Massives Polizeiaufgebot am Sonntag vor einem Hochhauskomplex in Göttingen, der seit Tagen unter Corona-Quarantäne steht. Dort war es am Samstag zu Krawallen gekommen. Nach Angaben der Polizei sollen zeitweise 200 der etwa 700 Bewohner versucht haben, eine Absperrung zu durchbrechen. Dabei sollen Einsatzkräfte mit Flaschen, Steinen, Metallstangen, Holzlatten und Pyrotechnik angegriffen worden sein. Acht Beamte sollen verletzt worden sein. Laut Polizei waren 300 Polizisten aus Göttingen und dem Umland im Einsatz. Der Göttinger Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler zeigte Verständnis für die schwierige Lage der von der Quarantäne betroffenen Bürger. Die Wohnungen in dem Komplex seien lediglich zwischen 19 und 37 Quadratmeter groß und teilweise wohnten darin Familien mit mehreren Kindern. Auch sei vielen nicht klar, warum es überhaupt eine Quarantäne gebe. Diese Männer äußerten sich am Sonntag: "Ich habe jetzt Arbeit, ich kann nicht arbeiten gehen. Die Leute alle, müssen arbeiten." Die Polizei ermittele wegen schweren Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung, sagte der Göttinger Polizeipräsident Uwe Lührig: "Ich kann nachvollziehen, dass es eine schwierige Situation für die Bewohnerinnen und Bewohner des Gebäudekomplexes ist, der Oberbürgermeister hat es gesagt. Aber ich habe absolut kein Verständnis dafür, dass Angriffe auf die eingesetzten Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte durchgeführt werden. Und deswegen werden wir auch mit aller Macht versuchen, die Personalien, derjenigen, die die Straftaten begannen haben, zu ermitteln." Die Stadt Göttingen hatte die 700 gemeldeten Bewohner für sieben Tage unter Quarantäne gestellt - vorerst bis zum 25. Juni. Nachdem sich zwei Frauen angesteckt hatten, wurden seit Donnerstag bei knapp 120 Menschen Corona-Infektionen festgestellt. Die Behörden hatten am Samstag zunächst damit begonnen, mehrere Hundert Hochhausbewohner ein weiteres Mal zu testen. Erneut negativ getestete Bewohner sollen den Komplex unter Auflagen verlassen dürfen.
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Nach Angaben der Polizei sollen zeitweise 200 der etwa 700 Bewohner des Hochhauskomplex versucht haben, eine Absperrung zu durchbrechen.

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