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Video Weinlese für "Federweißen" startet immer früher

Drei Tage früher als im Vorjahr: Am Montag ist in der Gemeinde Weisenheim am Sand in Rheinland-Pfalz der Startschuss zur Weinlese für den Federweißen gefallen. Der Beginn der Lese scheint sich immer weiter nach vorn zu schieben, und das Wasser für die Pflanzen sei eines der Probleme, sagt Michael Schwindt, Inhaber vom "Weingut Schwindt": O-TON MICHAEL SCHWINDT, INHABER WEINGUT SCHWINDT ("Normalerweise erntet man Federweißer so am 20., 25. August, ja, also die ersten Sorten, also es ist ganz einfach so, wir haben ja den Klimawandel, das merkt ja jeder, wir haben auch hier kaum Frost gehabt, mal einen Tag oder zwei 2, 3 Grad minus, das ist nichts und die Maifröste sind bei uns zum Glück auch ausgeblieben.") Bisher habe man in diesem Jahr allerdings, bis zum Beginn der jetzigen Hitzeperiode, optimale Bedingungen für den Wein gehabt, denn es sei nicht ganz so heiß gewesen wie in den Vorjahren, und es habe immer wieder auch ein wenig Regen gegeben, sagt Ernst Büscher, der Pressesprecher des Deutschen Weininstituts. Die Erderwärmung freilich mache auch um die Weinberge keinen Bogen: "Also der Klimawandel ist in den deutschen Weinbergen angekommen, also die deutschen Winzer sind noch Gewinner des Klimawandels, weil die Vorteile der Erwärmung überwiegen, jetzt warten wir noch die Nachteile ab. Die Nachteile kommen jetzt immer deutlicher zum Ausdruck, man sieht wir hatten jetzt den zweittrockensten Juli seit Beginn der Wetteraufzeichnungen und man sieht, die jungen Reben, vor allen Dingen, die müssen schon bewässert werden, das passiert auch immer öfters, dass Tröpchenbewässerungsanlagen in den Weinbergen installiert werden müssen, die Winzer müssen sich auch, was die Lesezeitpunkte angeht, immer früher darauf einstellten, also der Sommerurlaub fällt oftmals flach, weil die Winzer jetzt früher in die Lese müssen." Für den Federweißen werden vorrangig Rebsorten wie Bacchus, Solaris oder Ortega geerntet, da sie früher reifen als andere Trauben. Dieser erste Wein der Saison ist nicht mehr Saft, aber auch noch nicht Wein, sondern ein trüber Traubenmost, dessen alkoholische Gärung bereits begonnen hat. In zwei bis drei Wochen wird er dann auch zu kaufen sein.
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Winzer hoffen auf guten Jahrgang.

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