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Verletzte Wildtiere Waldbrände in Kalifornien: Tierärzte behandeln verwundeten Bären mit Fischhäuten

Ein 160 Kilogramm schwerer Schwarzbär durfte in dieser Woche zurück in die Wälder Nordkaliforniens. Erst vor kurzem hatte er sich von schweren Verbrennungen an seinen Tatzen erholt, die er sich in einem der heftigen Waldbrände zugezogen hatte, die diesen Sommer durch den Bundesstaat fegten. Die Verletzungen hatten es dem Männchen unmöglich gemacht, sich in dem vom sogenannten North Complex-Feuer verwüsteten Gebiet fortzubewegen. Dr. Deana Clifford und ihr Team behandelten das Schwergewicht. "Am häufigsten sind bei Tieren aus einem Brandgebiet Wunden an ihren Pfotenballen. Es handelt sich dabei um empfindliches Gewebe. Ist es beschädigt, können die Tiere meist nicht laufen. Und das ist eine Herausforderung für sie. Sie können dann kein Wasser oder Beutetiere finden." Clifford und Ärzte des California Department of Fish and Wildlife wenden eine innovative Behandlung an, die von Kollegen in Brasilien entwickelt wurde. Sie verarzten Verbrennungswunden mit Fischhaut. "Wir legen Haut vom Buntbarsch auf die Verbrennung. Die Wunde wird dadurch zum einen mit Kollagen versorgt. Zum anderen schützt sie die Pfoten aber auch. Die Fischhaut fungiert als Sohle." Sogenannte Tilapia-Präparate wurden bereits bei einer Vielzahl von Tieren angewendet, darunter Kojoten, Füchse, Haustiere oder diesem Berglöwen. Dr. Jamie Peyton ist Mitbegründerin des Wildlife Disaster Networks. "Dieser Bereich hier muss noch heilen, dort gibt es noch keine Haut. Aber das Tolle ist, dass dieser Bereich hier früher auch einmal so aussah. Innerhalb kurzer Zeit hat sich neue Haut gebildet. Das ist alles neu, die Haut hat begonnen, zu heilen." Die Organisation hat damit begonnen, einige der wichtigsten Brandzonen Kaliforniens systematisch zu überwachen, um Daten über die Auswirkungen der Feuer auf die Tierwelt zu sammeln.
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In den Feuern in Kalifornien leiden viele Tiere: Ein Schwarzbär ist nach der Behandlung seiner Wunden nun wieder freigelassen wurden. Für die Heilung setzen die Ärzte eine in Brasilien entwickelte Methode ein.

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