Selbst als Kadaver kommt „Timmy“ nicht zur Ruhe. Denn die unappetitliche Befürchtung lautet: Das tote Tier könnte explodieren. „Der Druck im Innern baut sich immer weiter auf, und irgendwann könnte es mit einem großen Knall in die Luft fliegen“, sagte der Walforscher Fabian Ritter der Nachrichtenagentur DPA.
Es wäre nicht das erste Mal, dass sich die Überreste von Meeressäugern derart unschön verteilten. Ähnliche Fälle seien bereits wiederholt dokumentiert worden, so der Experte. Etwa als vor einigen Jahren in Taiwan ein Pottwal beim Transport zur Obduktion in einer Stadt explodierte. „In diesem Regen aus Blut, Partikeln und Fäulnisgasen möchte man nicht gestanden haben“, sagte Ritter.
Die Dänen wollen Wal „Timmy“ abschleppen
Genau das könnte dem dänischen Team drohen, das nach den Pfingstfeiertagen versuchen will, den toten Wal von der dänischen Insel Anholt aus abzutransportieren. Eigentlich überlassen die Behörden des Landes tote Tiere ihrem Schicksal und unternehmen nichts. In diesem Fall aber werden sie wohl eine Ausnahme machen.
Das zuständige Natur- und Umweltamt wolle „Timmy“ entfernen, weil er zu nah an einem gut besuchten Strand im flachen Wasser liege, wie die „Bild“-Zeitung schreibt. Nicht nur eine Explosion, auch der Kadaver an sich würde Badegäste und Einheimische stark stören.
Gleichzeitig lockt der tote Buckelwal, das Männchen war im Alter von vier bis sechs Jahren verendet, zahlreiche Schaulustige an. Einige Medien übertragen Bilder vom verwesenden „Timmy“ sogar per Livestream.
Ob die Fäulnisgase das Tier aber tatsächlich von innen zerreißen werden, ist längst nicht ausgemacht. Abwenden ließe sich eine solche Explosion, wenn man den aufgeblähten Körper gezielt punktieren oder aufschneiden würde, sagt Meeresbiologe Ritter.
Allerdings hätte ein solcher Eingriff früh erfolgen sollen, jetzt wäre er bereits riskant. Und wegen der dicken Haut und der darunterliegenden Speckschicht bräuchte man dazu gewöhnlich eine Lanze oder ein großes, scharfes Messer.
Bilder von „Timmy“ zeigten jedoch, dass hier vor allem der Kehlsack ballonartig aufgebläht sei. Dessen Haut sei wie bei einer Ziehharmonika gefaltet, extrem elastisch und könne sich aufdehnen wie ein Ballon. „Das wäre wahrscheinlich die beste Stelle für einen gezielten Schnitt. Aber auch der wäre nicht ganz ungefährlich.“
Vielleicht passiert aber auch einfach: nichts
Möglicherweise, so Ritter, könnte sich die Lage auch ganz unspektakulär entspannen: In dem Gewebe könnte sich ein natürlicher Riss bilden, sodass die Gase ohne Explosion entweichen würden.