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Sicherheit im Karneval: Polizei und Frauennotruf warnen vor K.o.-Tropfen und sexueller Gewalt

Der Karneval hat Teile Deutschlands seit heute fest im Griff. Jedes Jahr wird er aber auch von sexueller Gewalt überschattet. Die Polizei warnt besonders Frauen vor übermäßigem Alkoholkonsum – und der Frauennotruf verteilt Pakete, die vor K.o.-Tropfen schützen sollen. 

Eine Hand tropft eine Flüssigkeit aus einem Fläschchen in einen Longdrink.

Im Karneval ist nicht nur Narrenfreiheit: Jedes Jahr kommt es auch zu sexueller Gewalt und Körperverletzung. Deswegen warnen Polizei und Frauennotruf vor K.o.-Tropfen.

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Punkt 11:11 Uhr hat am Donnerstag in den Narrenhochburgen Deutschlands die fünfte Jahreszeit begonnen. Tausende Menschen werden in den nächsten Tagen kostümiert feiern, sich auf Umzügen tummeln – und Alkohol in rauen Massen konsumieren.

In puncto Sicherheit warnt das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz nun genau davor, dass die Narrenzeit auch Gefahren berge: "insbesondere durch übermäßigen Alkoholkonsum". 

Gefahr durch K.o.-Tropfen

Das LKA schreibt weiter, dass für Frauen zudem das Risiko bestehe, "aufgrund verminderter Selbstkontrolle sexueller Gewalt zum Opfer zu fallen". Ein wiederkehrendes Problem sei dabei die Gefahr von K.o.-Tropfen in der Karnevalszeit. Die Schwangerenberatung Donum Vitae machte dieses Jahr wieder mit einer Plakat-Kampagne auf Gefahren und Folgen des Knock-Out-Mittels im Raum Köln aufmerksam. Um sich vor K.o.-Tropfen zu schützen listet die Polizei in ihrer Mitteilung einige Verhaltensregeln:

  • Getränke nie unbeaufsichtigt lassen
  • Keine Getränke von Unbekannten annehmen
  • Bei Übelkeit oder Schwindel Freunde auf sich aufmerksam machen
  • Im Zweifel Polizei oder Rettungsdienst rufen
  • Aufmerksam sein und Verantwortung für Freunde übernehmen

Frauennotruf Münster verteilt Präventionspakete

Der Frauennotruf Münster verteilt zu Karneval kleine Pakete, die von "Partyguides" in der Innenstadt unter die Frauen gebracht werden. Wie die "Westfälischen Nachrichten" berichten, beinhalten die Pakete Informations- und Präventionsmaterial zum Schutz vor K.o.-Tropfen. So sind "Spikys", eine Art Flaschen-Pfropfen, oder auch Bierdeckel in den Päckchen zu finden.

Ziel sei es laut Gerlinde Gröger, Leiterin des Frauennotrufs Münster, dass Frauen "sicher und gut feiern können". Bei einem "Filmriss" trotz mäßigem Alkoholkonsum sollten Betroffene sich Hilfe holen, da die Droge auch nur kurze Zeit im Blut nachzuweisen sei. 

"Nein heißt Nein, auch im Karneval"

Auch die #metoo-Kampagne gegen Sexismus und Belästigung sorgte dieses Jahr vorab für Gesprächsstoff. "Fiese Typen gibt es leider überall, ja, aber ich werde mir das Feiern auf keinen Fall vermiesen lassen", sagte dazu "Nonne" Petra in Köln. Katrin im Obelix-Outfit sagte: "Ein bisschen Kuscheln ist okay, aber Nein heißt Nein, auch im Karneval." 

she/DPA