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Weitere Todesopfer Verheerende Brände in Kalifornien stellen Rekorde auf

Erschöpft
Eine Feuerwehrmannschaft macht eine Pause neben einer Schule in Berry Creek in Nordkalifornien, die durch ein Feuer zerstört wurde. Verheerende Waldbrände wüten weiter entlang weiten Teilen der US-Westküste. Foto: Jason Pierce/Sacramento Bee via ZUMA Wire/dpa
© dpa-infocom GmbH
Kalifornien stellt erschreckende Rekorde auf: Waldbrände haben im «Golden Staat» mehr Flächen zerstört als je zuvor. Auch die Zahl der Opfer steigt. Doch die Feuerwehr macht auch Fortschritte im Kampf gegen das Flammeninferno.

Es ist ein trauriger Rekord: Ein seit Mitte August wütender Waldbrand in Nordkalifornien hat sich auf eine Rekordfläche von mehr als 1906 Quadratkilometer Land ausgeweitet.

Damit ist das sogenannte August Complex Feuer im Bezirk Mendocino County das flächenmäßig größte in der jüngeren Geschichte Kaliforniens, wie die Feuerwehr am Donnerstag (Ortszeit) mitteilte. Bisher führte das Mendocino-Complex-Fire von 2018 die Liste der 20 größten Waldbrände in dem Westküstenstaat an.

Rund 14.000 Feuerwehrleute kämpften gegen 29 Wald- und Buschbrände. In diesem Jahr wurde in Kalifornien eine Rekordfläche von mehr als 12.500 Quadratkilometern Land zerstört. Schon jetzt zählen sechs der derzeitigen Brände zu den 20 größten in der Geschichte Kaliforniens seit Beginn der Aufzeichnungen um 1930.

Auch die Zahl der Todesopfer durch die verheerenden Waldbrände steigt weiter. In einem Brandgebiet im Bezirk Butte County wurden am Donnerstag sieben Leichen gefunden. Schon am Mittwoch waren Einsatzkräfte in der Region auf drei verkohlte Leichen gestoßen. Es werden noch mehr Opfer befürchtet. Nach Mitteilung der Behörden waren 16 Menschen als vermisst gemeldet. Wegen ausgefallener Mobilfunknetze waren sie aber möglicherweise nicht zu erreichen oder hatten im Zuge von Evakuierungen den Kontakt zu ihren Familien verloren. Laut der Zeitung «USA Today» sollen bei den Bränden mindestens 23 Menschen gestorben sein.

Die Brände in Butte County tobten in der Nähe der Ortschaft Paradise, die im November 2018 von dem sogenannten Camp Fire fast völlig zerstört worden war. 85 Menschen starben damals, Zehntausende wurden obdachlos.

Auch in den nördlich von Kalifornien liegenden Westküstenstaaten Oregon und Washington wüten verheerende Waldbrände. Die Gouverneurin von Oregon, Kate Brown, sagte am Donnerstag, dass mehr als 80.000 Menschen in den gefährdeten Gebieten aufgefordert worden seien, ihre Häuser zu verlassen. «Nie zuvor haben wir in unserem Staat so viel ungebremstes Feuer gesehen», schrieb Brown auf Twitter. Mehr als 3600 Quadratkilometer Land stünden derzeit in Flammen. Ihren Angaben zufolge würden sonst in Oregon im gesamten Jahr durchschnittlich nur 2000 Quadratkilometer abbrennen.

Im wochenlangen Kampf gegen die Flammen in Kalifornien zeichnen sich aber auch Fortschritte ab. Drei große Feuer-Komplexe rund um San Francisco waren am Donnerstag fast gänzlich eingedämmt. Doch die Westküstenmetropole war weiter in dichten Rauch gehüllt.

Starke Winde trugen Asche aus anderen Waldbrandgebieten in viele Teile Kaliforniens und verdunkelten den Himmel. Die Behörde für Luftqualität warnte vor starker Rauchbelastung. Die Experten riefen für manche Gebiete in Kalifornien zeitweise die höchste Warnstufe aus: «Hazardous», auf Deutsch «gefährlich».

dpa

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