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Autobahn 9 in Mittelfranken Vermutete Geiselnahme im Reisebus – Polizei nennt Details des Geschehens

Ein weißer Reisebus steht auf der Autobahn
Der weiße Reisebus am Dienstagabend: Wegen der Bedrohungslage in dem Bus hatte die Polizei die Strecke zwischen Hilpoltstein und Greding in beiden Fahrtrichtungen stundenlang gesperrt
© Ralph Goppelt / Picture Alliance
Nach dem Großeinsatz auf einer Autobahn wegen Gewalt in einem Reisebus hat die Polizei Einzelheiten zum Einsatz veröffentlicht – und spricht nicht mehr von einer Geiselnahme.

Was genau geschah in dem Reisebus auf einer Autobahn 9 in Mittelfranken, wegen dessen die Polizei am Dienstag Abend zu einem Großeinsatz ausrückte? Auch einen knappen Tag danach sind zwar noch nicht alle Details geklärt. Die Polizei geht aber inzwischen nicht mehr davon aus, dass es sich bei der Bedrohungslage um eine Geiselnahme handelte. Zunächst war von einer solche die Rede gewesen.

Befragungen von Zeugen ergaben jedoch inzwischen, dass sich drei Männer freiwillig mit dem Tatverdächtigen in dem Reisebus befanden, wie das Polizeipräsidium Mittelfranken am Mittwoch in Nürnberg mitteilte. Wegen möglicher psychischer Probleme des 30-Jährigen ordnete ein Ermittlungsrichter die Unterbringung des Mannes in einer Psychiatrie an.

Der Polizei zufolge ist nach Einschätzung eines Sachverständigen nicht auszuschließen, dass er sich in einem psychischen Ausnahmezustand befindet. Daher sei Unterbringungsbefehl ergangen. Dieser laute auf versuchten Mord an einem anderen Fahrgast.

Teile der Autobahn 9 waren am Dienstag für mehrere Stunden gesperrt

Die Polizei hatte am Dienstagabend wegen der unklaren Lage für mehrere Stunden die A9 bei Greding voll gesperrt. Vorausgegangen war ein Notruf mit dem Hinweis auf einen heftigen Streit und eine mögliche Bedrohungslage. Außerdem gab es den Verdacht, dass der 30-Jährige bewaffnet war – dies bestätigte sich aber nicht.

In dem Reisebus befanden sich 14 serbische Staatsangehörige, elf Fahrgäste und drei Busfahrer. Der Polizei zufolge soll der 30-Jährige während der Fahrt einen vor ihm sitzenden 20 Jahre alten Mann unvermittelt attackiert haben. Dabei soll er ihn auf den Boden geschleudert und mehrmals mit den Füßen auf den Kopf getreten haben.

Die Staatsanwaltschaft hatte zunächst Haftantrag wegen versuchten Totschlags gestellt. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft sagte der Nachrichtenagentur dpa, der Ermittlungsrichter habe dann auf den Vorwurf des versuchten Mordes entschieden. Denn das 20-jährige Opfer soll geschlafen haben, als es angegriffen wurde – das könnte das Mordmerkmal "Heimtücke" erfüllen.

Der Angreifer soll außerdem einer 24 Jahre alten Frau ins Gesicht geschlagen haben. Während der Attacken soll er Todesdrohungen ausgestoßen und wirre Gedanken geäußert haben. Der 20-Jährige musste im Krankenhaus versorgt werden, konnte dieses aber noch in der Nacht zum Mittwoch wieder verlassen. Die 24-Jährige erlitt leichte Verletzungen.

Spezialeinsatzkommando nahm mutmaßlichen Täter fest

Nach der Attacke verließen die Passagiere den Bus. Die Busfahrer blieben im Fahrzeug, bis die Polizei sie telefonisch auch zum Verlassen aufforderte. Schließlich konnte der 30-Jährige von einem Spezialeinsatzkommando widerstandslos festgenommen werden. Die Reisegäste und die Busfahrer wurden psychologisch betreut. Nach einer Übernachtung im Hotel sei ihnen ein Ersatzbus für die Weiterfahrt nach Belgrad organisiert worden.

Ein psychiatrischer Sachverständiger habe mit dem Beschuldigten gesprochen und sei zu dem Schluss gekommen, dass eine verminderte Schuldfähigkeit nicht auszuschließen sei, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft der dpa. Diese wäre aber Voraussetzung für einen Haftbefehl. Zur Tat äußerte sich der 30-Jährige nicht, das Motiv ist weiter unklar.

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anb AFP DPA

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