HOME

Gewalt in Chemnitz: Nach tödlicher Messerstecherei: Rechte verbreiten angeblichen Haftbefehl im Internet

Nach der tödlichen Messerattacke auf einen 35-Jährigen in Chemnitz haben rechte Akteure den angeblichen Haftbefehl gegen einen der Verdächtigen online veröffentlicht. Wo das Dokument herkommt und ob es echt ist, wird derzeit noch geprüft.

Chemnitz

Nach der tödlichen Messerattacke auf einen 35-Jährigen kam es in Chemnitz zu schweren Ausschreitungen durch rechtsradikale Demonstranten

Picture Alliance

Rechte Gruppierungen und Akteure haben nach der tödlichen Messerstecherei in Chemnitz im Internet den angeblichen Haftbefehl gegen einen der Hauptverdächtigen verbreitet. Das zweiseitige Schreiben mutet wie eine Fotokopie an und ist dem Anschein nach von einem Richter des Amtsgericht Chemnitz ausgestellt worden. Es enthält den vollen Namen des Beschuldigten, seine Anschrift und weitere Hintergründe zu seiner Person. Darüber hinaus werden auch die Namen des zweiten Verdächtigen und der des Opfers genannt. Weiterhin werden Hintergründe und Details zur Tat und zum rechtlichen Hintergrund geschildert. 

Kretschmer kündigt Aufklärung an

Unter anderem wurde das Dokument von Pegida-Gründer Lutz Bachmann, der Bewegung "Pro Chemnitz", mindestens einem AfD-Kreisverband und dem Blog "Kontrapropaganda" veröffentlicht beziehungsweise weiterverbreitet. Teilweise wurden Passagen unkenntlich gemacht, einige veröffentlichten auch ungeschwärzte Versionen. Eine solche liegt auch dem stern vor. Der Beitrag von "Pro Chemnitz" wurde in der Zwischenzeit von Facebook gelöscht. Die Initiative beschwerte sich in einem weiteren Post im Anschluss über die "Internet-Polizei". 

Die Echtheit des Dokuments wurde indes noch nicht bestätigt, ebensowenig wie seine Herkunft. Das sächsische Innenministerium antwortete auf diverse Twitter-Anfragen, dass noch nicht nachvollziehbar sei, woher die Bilder stammen. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer sagte am Morgen gegenüber dem MDR, dass die Echtheit geprüft und ein Ermittlungsverfahren zur Aufklärung eingeleitet werde. Die Veröffentlichung eines Haftbefehls ist laut Paragraph 353d des Strafgesetzbuchs strafbar. 

Chemnitz 
rös