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Riesenspektakel am Strand: Der Mega-Umzug: Wie Dänemark einen kompletten Leuchtturm verschoben hat

Der Leuchtturm Rubjerg Knude Fyr wird in einer großen Aktion um 70 Meter verschoben, um ein Abstürzen ins Meer zu verhindern. Für die Dänen ein großes Spektakel – und auch eine Deutsche hat eine besondere Beziehung zu dem Turm.

Der Rudbjerg Knude Leuchtturm wird auf Schienen verschoben

Der Rudbjerg Knude Leuchtturm wird auf Schienen verschoben

AFP

Es ist eine gigantische Aktion: Der Rubjerg Knude Fyr - der Leuchtturm, der auf der Wanderdüne Rubjerg Knude in Lønstrup steht – wird seit Dienstagmorgen verschoben – um ganze 70 Meter. Der Leuchtturm wurde vor 120 Jahren errichtet, ist 23 Meter hoch und wiegt stolze 700 Tonnen. Vor 120 Jahren stand der Leuchtturm gut 200 Meter weit weg von der Küste. Damals gehörten noch Gebäude für den Leuchtturmwärter, seine Familie und Assistenten dazu. Heute ist nur noch die Ruine des Turms übrig. Und die ist bedrohlich nah an das Meer gerückt, da das Meer pro Jahr rund zwei Meter der Küste verschlingt. Ein Absturz ins Meer drohte.

Die Naturbehörde und die Kommune Hjørring wollten dies aber verhindern. Es gab Überlegungen, den Turm abzubauen, auf eine Insel ins Meer zu setzen oder weiter ins Land zu verlegen. Letzteres wird seit heute unternommen. Es ist das erste Mal in der dänischen Geschichte, dass ein Leuchtturm verschoben wird.

Ein Leuchtturm auf Schienen

Der Weg für die Verschiebung wurde 2018 freigemacht – allerdings erstmal politisch. Fünf Millionen dänische Kronen (rund 670.000 Euro) machte der Staat dafür locker; Behörden und Ämter genehmigten die Aktion, wie der Sender TV2 berichtet.

Der Leuchtturm und die Wanderdüne Rubjerg Knude an der Westküste von Dänemark nahe Lönstrup

Malerisch: Der Leuchtturm und die Wanderdüne Rubjerg Knude an der Westküste von Dänemark nahe Lönstrup

DPA

Der Leuchtturm sollte auf Schienen verschoben werden. Die Hjørring Kommune gab vor gut zwei Jahren dem örtlichen Maurermeister Kjeld Pedersen den Auftrag, diese Aufgabe zu bewältigen. Pedersen sagte dem Sender TV2 Nord: "Ich sag's, wie es ist: Ich habe vorher noch nie probiert einen Leuchtturm zu versetzen."

Rund 50 Medien aus Dänemark und aus aller Welt berichten über die Verschiebung, sogar Livestreams wurden eingerichtet, unter anderem beim dänischen Sender DR. Die Kommune schätzt, dass rund 25.000 Menschen aus Dänemark und dem Ausland die spektakuläre Verschiebung beobachten wollen – und hat deshalb Busse gemietet, um die Menschen zu transportieren. Für die Zuschauer wurden sogar Imbisse errichtet.

Für manche ist der Leuchtturm auch ein romantischer Ort

Auch für die Deutsche Anna Küthe ist der heutige Tag etwas Besonderes, denn mit dem Rubjerg Knude Fyr verbindet sie sehr viel. Seit dreieinhalb Jahren lebt sie in Dänemark. Dort lernte sie den Dänen Thomas kennen, der sie zu ihrem dritten Date mit zu dem Leuchtturm nahm. "Vielleicht war es der schöne Sonnenuntergang, oder die Tatsache, dass wir den alten Leuchtturm an dem Abend ganz für uns alleine hatten – aber der Ort hat mich von Anfang an verzaubert. Der Wind, der an dem Abend durch die Steinfenster heulte als wir die Metalltreppe hinauf in den Turm stiegen, hatte etwas unheimlich Beruhigendes", erzählt Küthe dem stern.

Seitdem sind Anna und Thomas ein Paar und der Leuchtturm ein Ort, an dem die beiden große und kleine Momente des Lebens feiern – so auch den Heiratsantrag. "Es hätte keinen besseren Ort und keinen besseren Zeitpunkt dafür geben können. Ich war zu dem Zeitpunkt hochschwanger", erzählt Küthe und ergänzt: "Es war ein Abend, wie damals, als wir zum ersten Mal gemeinsam dort oben standen – wieder waren wir alleine und wieder war der Sonnenuntergang schöner als in jedem Bilderbuch. Wir erinnerten uns an ein paar schöne Augenblicke auf dem Leuchtturm, dann zog Thomas plötzlich ein schwarzes Kästchen aus seiner Jackentasche, ging auf die Knie und stellte mir die Frage aller Fragen."

Anna Küthe erhielt von ihrem Verlobten Thomas am Rubjerg Knude Fyr einen Heiratsantrag

Anna Küthe erhielt von ihrem Verlobten Thomas am Rubjerg Knude Fyr einen Heiratsantrag

Heute haben Anna und Thomas eine kleine Tochter. Der Leuchtturm ziehe sich wie ein roter Faden durch ihre Beziehung. "Daher verfolgen wir heute mit klopfenden Herzen einen großen Moment in seiner Geschichte." Dass der Umzug notwendig sei, stehe außer Frage. Es sei unvorstellbar, dass der Turm im Meer verschwinden würde. Dennoch werde es wohl ein "merkwürdiges Gefühl" sein, wenn sie ihrer Tochter in Zukunft davon erzählen, dass der Leuchtturm mal am Abgrund stand, sagt Küthe und fragt sich, ob ihre Tochter beim nächsten Umzug des Turmes und dieselbe Geschichte erzählen wird.

Leuchtturm-Umzug früher fertig als geplant

In den letzten Monaten wurde das Gelände rund um die Touristenattraktion zu einer Baustelle. Das Fundament des Turmes wurde verstärkt und in den Morgenstunden mit Wagenhebern und Hydraulik auf die Schienen gehoben. Man rechnet damit, dass das Ganze zehn Stunden dauern wird, so TV2. Gegen halb 11 Uhr sei der Turm schon 30 Meter weit geschoben worden, so DR.

Und gegen halb drei am Nachmittag war es dann so weit: Der Rubjerg Knude Fyr hat sein Ziel erreicht – gut drei Stunden früher, als geplant. Erleichterung bei den Verantwortlichen: "Das ist ganz fantastisch. Ich hätte nicht gedacht, dass wir das schnell lösen könnten. Aber es hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass alle Menschen ihr Bestes gegeben haben", so Maurermeister Pedersen.

Keine Dauerlösung

Pro Jahr besuchen rund 250.000 Menschen den Leuchtturm und die Düne, die für die Hjørring Kommune eine wichtige Touristenattraktion sind. In Zwei Wochen soll er wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

Doch die Verschiebung ist keine Dauerlösung. Da die Brandung jährlich an der Rubjerg Knude nagt, rechnet man damit, dass der Leuchtturm nur die nächsten 40 Jahre an seinem neuen Platz stehenbleiben kann. Dann ist der Turm wieder bedroht und müsste vielleicht wieder verschoben werden.

Der Leuchtturm hatte allerdings schon seit langer Zeit Probleme an und mit seinem Standort, so der "shz". Die Wanderdüne hatte schon 1910 für Probleme gesorgt, irgendwann türmte sich der Sand bis zu 50 Meter auf und "versteckte" den Leuchtturm. Ende der 1960er-Jahre gab man den Kampf gegen den Sand auf und legte den Leuchtturm still. Erst Jahre später wurde der Turm durch die Wanderdüne wieder freigelegt.

Quellen: TV2, DR (1), DR (2), "Jyllands-Posten", "B.T.", "shz"

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18jähriger Kater und Welpe geht das?
Hallo, wir haben einen 18-jährigen Kater der aber noch recht fit ist. Er ist zwar eigentlich nur zu meiner Mutter anhänglich also kommt immer am Abend auf die Couch und lässt sich streicheln von ihr sonst ist er eigentlich den ganzen Tag in seinem Bett im Keller oder oben auf einer Decke die im Schrank liegt. Erzieht sich also zurück. Nun ist der Wunsch nach einem Welpen doch sehr groß und der einzige Grund der dagegen spricht oder der infrage kommt warum wir keinen holen würden wäre unser Kater. Habt ihr Erfahrung mit alten Katzen und welchen gemacht? Unser Kater ist nämlich Hallo, wir haben einen 18-jährigen Kater der aber noch recht fit ist. Er ist zwar eigentlich nur zu meiner Mutter anhänglich also kommt immer am Abend auf die Couch und lässt sich streicheln von ihr sonst ist er eigentlich den ganzen Tag in seinem Bett im Keller oder oben auf einer Decke die im Schrank liegt. Erzieht sich also zurück. Nun ist der Wunsch nach einem Welpen doch sehr groß und der einzige Grund der dagegen spricht oder der infrage kommt warum wir keinen holen würden wäre unser Kater. Habt ihr Erfahrung mit alten Katzen und welchen gemacht? Unser Kater ist nämlich eigentlich nicht So gut auf Hunde zu sprechen also wenn ein Hund an seinem Garten vorbeigeht springt er schon hinterm Zaun ein bisschen hoch und fängt an zu fauchen. Denkt ihr nicht das Man wird vorsichtiger Eingewöhnung es schaffen könnte dass die beiden sich verstehen? LG und danke im Voraus