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Urteil am Landgericht Traunstein Falscher Impfarzt zu fast vier Jahren Haft verurteilt

Der Angeklagte (vorne, l.) wird kurz vor Prozessauftakt im Februar von Polizisten in das Landgericht Traunstein gebracht
Der Angeklagte (vorne, l.) wird kurz vor Prozessauftakt im Februar von Polizisten in das Landgericht Traunstein gebracht
© Tobias Hase / DPA
"Er ist ein Hochstapler": Das Landgericht Traunstein hat einen falschen Impfarzt zu einer Haftstrafe von drei Jahren und zehn Monaten verurteilt.

Das Landgericht Traunstein hat einen falschen Impfarzt am Donnerstag zu einer Haftstrafe von drei Jahren und zehn Monaten verurteilt. "Er ist ein Hochstapler", sagte die Vorsitzende Richterin, die in der Begründung hart mit ihm ins Gericht ging. Sein Leben sei geprägt davon gewesen, "zu täuschen und zu manipulieren". Er wurde unter anderem wegen gewerbsmäßigen Betrugs, Titelmissbrauchs, gefährlicher Körperverletzung in 305 Fällen und 1144 Fällen von vorsätzlicher Körperverletzung verurteilt.

"Gott sei Dank sind Sie kein Priester geworden"

Die Staatsanwaltschaft hatte fünf Jahre Haft gefordert, die Verteidigung eine Bewährungsstrafe. Der Theologe hatte in Oberbayern unter anderem in Impfzentren Schutzimpfungen gegen das Coronavirus verabreicht und Impfungen überwacht.

Zum Prozessauftakt im Februar hatte der Angeklagte die Vorwürfe der Anklage weitestgehend eingeräumt. Es sei richtig, dass er falsche Doktortitel benutzt, eine Approbationsurkunde gefälscht und somit zu Unrecht Impfstoff verabreicht habe, ließ er über seine Anwälte mitteilen. In seinem letzten Wort hatte er gesagt: "Meine charakterlichen Werte sind die Grundlage meines Handels und Tuns."

Die Vorsitzende Richterin wurde in ihrer Urteilsbegründung sehr deutlich, nannte den Theologen "menschenverachtend, rücksichtslos, verantwortungslos, empathielos" und fügte hinzu: "Gott sei Dank sind Sie kein Priester geworden."

fs DPA

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